Bielefeld. „Unser Storch ist schon seit vier Wochen hier“, sagt Heinrich Quakernack. „Als er ankam, da lag noch Schnee, und er sah ganz schön fertig aus“, berichtet der Landwirt aus Brackwede. Mittlerweile aber habe sich der Weitgereiste von den Strapazen des Flugs samt der Kälte gut erholt und baue fleißig am Nest. „Der kennt sich auf dem Gelände richtig aus, dem ist das hier alles vertraut, und wenn er einen sieht, dann grüßt er auch.“
Was dem Storch jetzt noch fehle zum Glück, das sei seine Frau. Jeden Tag halte er Ausschau nach der Störchin und alle hoffen, dass sie bald einfliegt. Da sind Karl und Rosa auf dem Dach des Halhofs an der Talbrückenstraße schon einen Flügelschlag weiter, wie Katrin Christiansen von den Falken per Fotobeweis berichtet: Da posiert er im noch nicht ganz gemachten Nest, während sie auf Distanz bleibt, auf dem Giebel stehend sich ziert und seine Avancen erst einmal ignoriert.
So zart die Frühlingsgefühle am Halhof, so flügelfest geht es auf der anderen Straßenseite zur Sache: Bestimmt haben sich Hanni II und Jo II auch einen Moment lang angeflirtet, beim ersten Wiedersehen am Viadukt. Doch als Tierfotografin Ingrid Ohm das Traumpaar der Johannisbachaue vor die Linse bekommt, befinden sich die Routiniers der gefiederten Familienplanung schon wieder mitten im Akt. Das lässt alle Storchenfreunde hoffen auf baldigen Nachwuchs.
Frisch gemähte Wiesen als ergiebige Futterplätze
Szene einer Ehe auf dem Dach des Halhofs.
| © Peter Bauer/Falken BI
Nicht weniger emotional geht es offenbar in Schröttinghausen zu, wo Amalie und Archie wieder gelandet sind. „Sie klappern wie verrückt, den beiden gehts gut“, resümiert Kim Meyer zur Müdehorst. „Wir haben die Wiese gemäht und die beiden haben sich gleich die Frösche und Mäuse geholt – sie sehen auf jeden Fall wohlgenährt aus“, sagt der Schatzmeister der Kreisjägerschaft Hubertus Bielefeld. Wenn Sie nicht futtern, dann seien sie mit dem Nestbau beschäftigt.
Bielefeld: Nestbau und Familienplanung der Störchenpaare
Komplettiert wird das Bielefelder Storchenpärchen-Quintett von Herrn Meyer und Hanni I, die sich seit geraumer Zeit wieder in Olderdissen einrichten. Dort haben sie nicht nur den Luxus von faktisch zwei Wohnsitzen, einen auf dem Dach der Scheune sowie einen zweiten Pfahlbau im Bärengehege, der allerdings gerade sanierungsbedürftig sei, sondern auch noch das Privileg des wohl ergiebigsten All-inclusive-Buffetts der Stadt – denn ein Küken fällt immer mal vom Hänger.
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