Newsblog zum Krieg in Nahost
Israel greift Universität in Beirut an – Professoren tot
Aktualisiert am 12.03.2026 – 20:00 UhrLesedauer: 65 Min.
Israel fliegt erneut Luftangriffe auf Beirut: Bei einem Angriff auf eine Universität wurden Professoren getötet. (Archivbild) (Quelle: Houssam Shbaro/imago-images-bilder)
Israel tötet Professoren bei einem Angriff auf eine Universität in Beirut. Iran dementiert Minen in der Straße von Hormus. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Israel hat am Donnerstag die Libanesische Universität in Beirut bombardiert und dabei zwei hochrangige Akademiker getötet, wie staatliche Medien im Libanon berichteten.
Der Direktor der naturwissenschaftlichen Fakultät am Süd-Beirut-Campus der Libanesischen Universität, Hussein Bazzi, sowie der Professor Mortada Srour kamen bei dem israelischen Luftangriff ums Leben, wie die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete. Die betroffene Fakultät befindet sich in einem südlichen Vorort der Hauptstadt Beirut.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach nach dem Angriff mit dem Präsidenten der Libanesischen Universität und bekundete den Familien der beiden Getöteten sein Beileid. Zugleich verurteilte er den Angriff auf den Campus scharf. „Was heute an der Fakultät für Naturwissenschaften geschehen ist, ist ein nach allen Maßstäben zu verurteilendes Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen internationale Gesetze und Normen, die Angriffe auf Bildungseinrichtungen und Zivilisten verbieten“, erklärte Aoun. Es handele sich um „ein weiteres Kapitel in der gezielten Angriffe auf Zivilisten“.
Der Iran legt nach den Worten von Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawantschi keine Seeminen in der strategisch und wirtschaftlich bedeutsamen Straße von Hormus. Auf die Frage, ob von Seiten der Islamischen Republik in der Meerenge Minen gelegt würden, sagte Tacht-Rawantschi der Nachrichtenagentur AFP in Teheran: „Überhaupt nicht. Das stimmt nicht.“ US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, die Vereinigten Staaten hätten 28 iranische Minenleger-Schiffe angegriffen.
Mit Blick auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus sagte Tacht-Rawantschi der Nachrichtenagentur AFP, der Iran habe Schiffe einiger Staaten die Meerenge passieren lassen. „Einige Länder haben bereits mit uns über die Durchfahrt durch die Meerenge gesprochen, und wir haben mit ihnen kooperiert“, sagte Tacht-Rawantschi. Er fügte hinzu: „Wir sind der Ansicht, dass jene Länder, die sich an der Aggression beteiligt haben, nicht von einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus profitieren sollten.“ Seit Beginn des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus de facto gesperrt, der Ölpreis stieg deshalb weltweit deutlich an.
Israels Militär bereitet sich nach den Worten von Generalstabschef Ejal Zamir auf eine längere militärische Auseinandersetzung mit der libanesischen Hisbollah-Miliz vor. „Dieser Einsatz wird nicht kurz sein“, sagte Zamir nach einer Lageeinschätzung im Norden Israels. Er kündigte zudem an, zusätzliche Truppen an die israelisch-libanesische Grenze zu verlegen.
