Newsblog zur US-Politik

Neue Reichensteuer treibt Millionäre in die Flucht

Aktualisiert am 12.03.2026 – 18:10 UhrLesedauer: 8 Min.

Howard Schultz: Der ehemalige Starbucks-Chef strebt als unabhängiger Kandidat die US-Präsidentschaft an.Vergrößern des Bildes

Howard Schultz: Der ehemalige Starbucks-Chef will Washington verlassen. (Archivbild) (Quelle: Elaine Thompson/ap)

Eine neue Reichensteuer wird zum Ärger einiger Millionäre eingeführt. Die US-Kriegskosten steigen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Im US-Bundesstaat Washington haben sich die Abgeordneten auf eine neue Einkommensteuer für Vielverdiener geeinigt. Von den Unterstützern der Kampagne als „Millionärssteuer“ bezeichnet, sieht das neue Gesetz eine jährliche Steuer von 9,9 Prozent auf persönliche Einkommen vor, die über einer Million Dollar liegen. Schätzungen zufolge könnte man damit jährlich etwa 4 Milliarden Dollar an Mehreinnahmen generieren. Das Gesetz muss noch von Gouverneur Bob Ferguson (Demokratische Partei) unterzeichnet werden. Er gilt jedoch als Befürworter.

Kritiker fürchten, dass das neue Gesetz zu einer Abwanderung der Reichen führen könnte. Diese Sorge wurde noch einmal verstärkt, als einer der reichsten Bewohner des Bundesstaates, der ehemalige Starbucks-Chef Howard Schultz, in sozialen Medien verkündete, dass er den Bundesstaat verlassen und nach Florida ziehen werde – so wie es bereits Amazon-Gründer Jeff Bezos 2023 getan hatte. Bislang war Washington einer von neun Bundesstaaten in den USA, die keine Einkommensteuer erhoben haben. Sollte das neue Gesetz unterzeichnet werden, würden etwa 20.000 Haushalte von der Abgabe betroffen sein. Die Steuer soll allerdings ohnehin erst ab dem Jahr 2029 erhoben werden.

Die deutlich gestiegenen Ölpreise sind nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump gut für die USA. „Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der größte Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld“, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump hatte im Wahlkampf damit geworben, die Energiepreise im Land deutlich zu senken. Infolge des Kriegs im Iran waren die Benzinpreise in den USA allerdings auf das höchste Niveau seit Sommer 2024 gestiegen.

Die US-Regierung hat zur Vorbereitung neuer Strafzölle Untersuchungen wegen mutmaßlich unfairer Handelspraktiken mehrerer Partner eingeleitet, darunter China und die EU. Dabei gehe es unter anderem um eine Überproduktion von Industriewaren, sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Mittwoch vor Journalisten. „Wenn wir Zölle verhängen müssen, um dieses Problem zu lösen, werden wir das tun.“

Das Verfahren richtet sich demnach gegen die EU, China, Japan und Indien sowie Singapur, die Schweiz, Südkorea, Vietnam, Taiwan und Mexiko. Es werde sich auf Sektoren konzentrieren, in denen es Hinweise auf eine „strukturelle Überkapazität und Überproduktion gebe“, sagte Greer. Gibt es auf dem Weltmarkt zu viel eines Produkts, drückt dies die Preise und bedroht damit Hersteller, die höhere Kosten haben.