13.3.2026 – Im Rahmen einer Verbraucherumfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, Angst vor Altersarmut zu haben. Für die große Mehrheit von 80 Prozent ist Altersvorsorge ein wichtiges Sparziel. Sehr viel weniger jedoch fühlen sich diesbezüglich gut informiert. Die Autoren der Studie sehen hohes Potenzial für die Finanzbranche.

Die Valytics GmbH hat eine repräsentative Studie bei der Nordlight Research GmbH in Auftrag gegeben. Dafür wurden online 2.001 Finanzentscheider zwischen 18 und 60 Jahren zu ihrer Einstellung zur privaten Altersvorsorge sowie zu den Reformvorschlägen der Bundesregierung für eine neue staatlich geförderte Vorsorge befragt (VersicherungsJournal 11.3.2026).

Mehr als die Hälfte der Befragten fürchtet Altersarmut

Die Studie bestätigt in Teilen die Ergebnisse früherer Umfragen. Demnach ist die Angst vor Altersarmut in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet (28.5.2025, 25.9.2024).

In der aktuellen Umfrage geben 51 Prozent der Befragten an, Angst vor Altersarmut zu haben – davon sagen jeweils 25 Prozent „trifft voll zu“ beziehungsweise 26 Prozent „trifft eher zu“. Nur rund jeder Fünfte äußert ausdrücklich, keine Angst vor Altersarmut zu haben. Unterschiede zeigen sich je nach Arbeitszeit und Erwerbsstatus:

  • Unter Vollzeitbeschäftigten geben 47 Prozent an, besorgt zu sein, wobei 21 Prozent sich stark betroffen fühlen.
  • Bei Teilzeitbeschäftigten ist die Sorge etwas ausgeprägter: 54 Prozent fürchten Altersarmut, darunter 27 Prozent, die sich stark betroffen sehen.
  • Bei den Nichtberufstätigen fürchten 61 Prozent der Befragten Altersarmut. 39 Prozent sehen sich stark betroffen. Lediglich 16 Prozent der Befragten ohne Erwerbsarbeit haben keine Sorge, sie könnten im Alter von Armut betroffen sein.

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Verbraucher fühlen sich mehrheitlich nicht gut informiert

Für 80 Prozent der Befragten ist die Altersvorsorge ein wichtiges Sparziel. Doch gut informiert über das Thema Altersvorsorge fühlen sich nur rund 42 Prozent der Befragten, wobei sich lediglich neun Prozent „sehr gut“ informiert sehen. 40 Prozent antworten mit „teils, teils“. Ausdrücklich schlecht informiert fühlen sich 18 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Dabei fällt ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern auf. Während sich bei den Männern 50 Prozent der Befragten sehr gut oder gut informiert sehen, sind es bei den Frauen nur 34 Prozent. Schlecht oder sehr schlecht informiert fühlen sich bei den Männern 14 Prozent und bei den Frauen 23 Prozent.

Am wenigsten gut informiert fühlen sich die jüngsten Befragten zwischen 18 und 29 Jahren: Nur 39 Prozent geben an, sich gut oder sehr gut informiert zu fühlen. In allen anderen Altersgruppen liegt der Anteil der Zustimmenden leicht darüber und bewegt sich zwischen 41 und 43 Prozent.

Umfrageergebnisse (Bild: Wenig)

Für viele Riester-Sparer ist der Wechsel ins neue Fördersystem eine Option

Bezüglich der geplanten Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge, die von der Bundesregierung vorangetrieben wird, ist das Wissen in der Bevölkerung weiterhin gering. Nur sechs Prozent der Befragten geben an, sich bereits mit den Plänen der Regierung beschäftigt zu haben und mit Details vertraut zu sein (17.12.2025).

Zugleich zeigt die Umfrage eine hohe Wechselbereitschaft. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer, die bereits einen Riester-Vertrag besitzen, ziehen einen Wechsel ins neue Fördersystem ernsthaft in Betracht. Weitere 40 Prozent zeigen sich unentschlossen. Etwa ein Fünftel gibt an, den Riester-Vertrag auch zukünftig eher oder sicher behalten zu wollen.

Altersvorsorgereform bietet hohes Potenzial für Finanzbranche

Für die Finanzbranche insgesamt bietet die Altersvorsorgereform aber „hohes Marktpotenzial“, kommentiert Hans Joachim Schütt, Managing Partner Valytics. „Entscheidend wird sein, wie verständlich Produkte kommuniziert und wie niedrig die Hürden im Abschluss gestaltet werden.“

Denn: „Viele Verbraucher empfinden Altersvorsorge als wichtig, fühlen sich aber schlecht informiert“, betont Co-Geschäftsführer Dr. Patrick Dahmen. Der ehemalige Vorstand bei Axa Versicherungen und CEO für die Bereiche Leben und Kapitalanlagen der HDI Deutschland AG (10.5.2023).

Insbesondere digitale Angebote „müssen Benutzerfreundlichkeit und Transparenz mit der Möglichkeit persönlicher Unterstützung verbinden“, weist Dahmen auf den Stellenwert der kontrovers diskutierten Beratung zum Standardprodukt (5.2.2026) hin. „Das erwarten Verbraucher heute.“