Tierseuchen-Ausbruch
Eier werden kurz vor Ostern knapp
13.03.2026 – 07:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Braune Hühner (Symbolbild): Viele hunderttausend Legehennen wurden in Brandenburg wegen des Ausbruchs der Newcastle-Krankheit getötet. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)
Wenige Wochen vor dem Osterfest sind Eier in der Hauptstadtregion wegen einer Tierseuche rar. Wie das Virus in die Betriebe gelangt, ist derzeit ungeklärt.
Die Newcastle-Krankheit hat in Brandenburg Massentötungen von Geflügel ausgelöst und trifft die Branche kurz vor Ostern in einer bereits durch Vogelgrippe geschwächten Saison.
In Brandenburg wurden seit Ende Februar 2026 rund 1,2 Millionen Tiere getötet, wie das Agrarministerium in Potsdam mitteilte. Bislang wurden dort fünf Fälle gemeldet, darunter große Legehennen-Betriebe. Besonders hart traf es den Landkreis Dahme-Spreewald: In zwei Betrieben mussten 510.000 und 375.000 Tiere getötet werden.
Das Angebot an Eiern im Handel sei knapp, aber stabil, teilte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mit. ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick erklärte, der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern sei in Deutschland auf 252 Eier pro Jahr gestiegen. Diese hohe Nachfrage treffe nun auf ein durch das Seuchengeschehen geschwächtes Angebot. Für Legehennen-Betriebe sei der Verlust besonders schwer, sagte Brandenburgs Landesbauernpräsident Henrik Wendorff: Der Wiederaufbau des Bestands dauere länger als bei reinen Mastbetrieben.
Die Newcastle-Krankheit, die wegen ähnlicher Symptome auch „atypische Geflügelpest“ genannt wird, trat zuletzt vor rund 30 Jahren in Deutschland auf. Gegen die Seuche gilt in Deutschland eine Impfpflicht. Eine Infektion ist trotz Impfung möglich: Geimpfte Tiere erkranken seltener und scheiden weniger Virus aus, doch Krankheitszeichen fallen geringer aus – das erschwere die frühzeitige Erkennung, wie das FLI mitteilte. Jungtiere seien während der Aufzuchtphase noch nicht oder unzureichend geschützt, so das Institut.
Wie das Virus in die Betriebe gelangte, ist bislang ungeklärt. Das FLI verwies auf einen hohen Infektionsdruck in Polen, Tschechien und Litauen sowie auf bestätigte Fälle in Polen, Tschechien und der Slowakei. Ein Eintrag durch Waren- oder Personenverkehr aus bereits betroffenen Regionen könnte denkbar sein, teilte das Institut mit. Lückenhafte Impfungen schließe er als Auslöser aus, sagte Goldnick. Bauernpräsident Wendorff vermutete, ein Erreger sei im Umlauf, der nicht durch den bestehenden Impfschutz abgedeckt werde.
Das FLI sieht derzeit eine erhöhte Gefährdungslage für Geflügel- und andere Vogelhaltungen, etwa in Zoos und Tierparks – auch weil die klassische Geflügelpest weiterhin grassiere. Eine Infektion des Menschen gilt als sehr selten; gesundheitliche Folgen beschränken sich laut Experten meist auf eine Bindehautentzündung.
Eine Entspannung der Lage in Brandenburg sei momentan nicht erkennbar, teilte das FLI mit.
