„Jeder muss verstehen, dass die USA sehr deutlich gemacht haben, dass ‌sie Europa spalten wollen“, sagte sie der „Financial Times“. „Sie mögen die Europäische Union nicht.“ Die US-Regierung nutze dabei Taktiken, die sonst eher von Gegnern der ‌EU angewandt würden. Kallas warnte ‌die Mitgliedstaaten eindringlich ⁠davor, bilaterale Deals mit Trump zu suchen. Nur wenn ‌die Europäer geschlossen aufträten, seien sie eine gleichberechtigte Macht.

Trotz der Spannungen ⁠betonte Kallas die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Die EU sei weiterhin auf amerikanische Rüstungsgüter angewiesen, da ihr die Fähigkeiten und Mittel fehlten, den Bedarf selbst zu decken. Gleichzeitig müsse ⁠Europa jedoch in seine eigene Verteidigungsindustrie investieren.

Trump hat die EU in seiner zweiten Amtszeit wiederholt ⁠ins Visier genommen. ‌Er verhängte Zölle und sprach ‌über eine Annexion Grönlands. In dieser ‌Woche leitete die US-Regierung zudem Handelsuntersuchungen gegen die EU und andere Länder ‌ein, was bis zum Sommer zu neuen Zöllen führen könnte. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der ⁠USA große Teile von Trumps Zollprogramm gekippt.