Eine achte Pleite in Folge – noch dazu gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – hätte Spenglers Trainingsarbeit nicht einfacher gemacht. Zwar betont der 31-Jährige, dass alle Spielerinnen mitziehen. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem die Teammoral unter der Last der Niederlagen einen schwer zu reparierenden Knacks erhält. „Der Sieg in Potsdam war vor allem für das Selbstbewusstsein wichtig. Jetzt stehen die Spiele gegen Wolfsburg II und Warbeyen an. Dafür hat uns der Sieg extrem gutgetan“, sagt Spengler.

Wolfsburg (Sonntag, 14 Uhr) und Warbeyen belegen in der Tabelle den vorletzten und letzten Platz. Die Rechnung ist einfach: Gewinnt Borussia beide Heimspiele, setzt sich das Team vorerst entscheidend von der Abstiegszone ab. Bleiben hingegen Punkte liegen, bleibt die Situation äußerst angespannt. Der Erfolg in Potsdam war daher erleichternd – zur sportlichen Entspannung trägt er jedoch bei Weitem noch nicht bei.

Bereits nach der 1:3-Niederlage vor drei Wochen gegen Bayern München II setzte Spengler eine Krisensitzung an. „Wir haben uns zusammengesetzt und uns gefragt: Was müssen wir tun, um den Klassenerhalt zu schaffen? Welche Art und Weise brauchen wir, damit wir wieder erfolgreich sind?“

Der gemeinsame Schwur: „Jede der verbleibenden neun Partien ist ein Endspiel“. Endspiel eins endete mit einer unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Aufstiegskandidat SV Meppen, Endspiel zwei brachte nun den Sieg in Potsdam – verbunden mit dem Sprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz.

Dass trotz der langen Niederlagenserie Trainerteam und Spielerinnen im Verein ungestört weiterarbeiten durften, weiß Spengler zu schätzen. „Ich finde, wir sind ein cooles Beispiel als Verein, dass nicht immer sofort die Reißleine gezogen werden muss. Dass es auch andere Signale gibt, wenn es mit dem Trainerteam funktioniert – dass man sich hinsetzt, bespricht und gemeinsam Dinge umsetzt“, sagt Spengler.

Was ihm für den Abstiegskampf der kommenden Wochen Zuversicht gibt: „Wenn es um etwas geht, performen wir. Das spricht für die Mentalität des Teams. Aus Trainersicht wäre es aber wünschenswert, dass wir unsere Leistung auch abrufen, wenn es nicht um alles geht.“ Gegen den VfL Wolfsburg II geht es Sonntag erneut um sehr viel. Laut Spengler sollte das Borussia in die Karten spielen.