
Stand: 13.03.2026 22:02 Uhr
Der Betriebsrat beim Volkswagen-Konzern gilt als einer der mächtigsten der Welt. Im Stammwerk in Wolfsburg und allen anderen Standorten hat die klar favorisierte IG Metall teils deutlich an Zustimmung verloren, liegt aber jeweils vorne.
In Wolfsburg bekam die IG Metall 74,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Dahinter lag die „Die Andere Liste“ mit 14,1 Prozent. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) kam auf 5,3 Prozent. Bei der vergangenen Wahl hatte IG Metall mit Spitzenkandidatin Daniela Cavallo, die seit 2021 Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen AG ist, in Wolfsburg rund 85 Prozent der Stimmen geholt. Die IG Metall kommt im neu gewählten Betriebsrat auf 52 Sitze, bisher waren es 66. Allerdings ist das Gremium auch um fünf Sitze kleiner als zuletzt. „Die Andere Liste“ konnte ihre Mandate von vier auf zehn mehr als verdoppelt. Allein am Stammsitz in Wolfsburg waren rund 61.000 Beschäftigte zur Betriebsratswahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,1 Prozent.
Verein „Zentrum“ erstmals in einem VW-Betriebsrat
In Braunschweig ziehen erstmals zwei Kandidaten des AfD-nahen Vereins „Zentrum“ in den Betriebsrat ein. Sie errangen 6,5 Prozent der angegebenen Stimmen. Die Liste der IG Metall blieb mit 78,5 Prozent stärkste Kraft am Standort, verlor gegenüber der letzten Wahl aber deutlich an Zustimmung. Vor vier Jahren kam die IG Metall auf über 93 Prozent. Sie verliert damit fünf Sitze und kommt jetzt auf 28 der insgesamt 35 Betriebsratsmandate. Die Wahlbeteiligung lag bei 63 Prozent.
In Hannover holte die IG-Metall-Liste nach Angaben des Gesamtbetriebsrats 82 Prozent von 7.820 abgegebenen Stimmen und 33 Sitze, drei weniger als 2022. In Osnabrück erhielt die IG Metall mehr als 92 Prozent (1.527 abgegebene Stimmen). Auch in Emden lag die IG Metall mit 85,1 Prozent vorne und errang damit 31 Sitze. Auf jeweils zwei Sitze kamen die Gemeinschaft Ehrlicher Metaller (GEM) und die CGM. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,9 Prozent. In Salzgitter bekam die IG Metall mit 83,6 Prozent, rund sechs Prozent weniger als vor vier Jahren. Für die CGM stimmten 16,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 55,4 Prozent.

Bis Freitag können Beschäftigte ihre Stimme abgeben. Die Betriebsratsvorsitzende Cavallo will bleiben.
Tarifabschluss 2024 sorgt für Unzufriedenheit
Viele VW-Beschäftigte sind unzufrieden mit dem Tarifkompromiss der IG Metall von Ende 2024. Der Verhandlungskommission mit Cavallo an der Spitze gelang es dabei zwar, eine erneute Beschäftigungssicherung durchzusetzen und betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Allerdings mussten die Beschäftigten auch finanzielle Einbußen hinnehmen. Und: In den kommenden Jahren werden rund 35.000 der etwa 120.000 Stellen bei der Kernmarke VW abgebaut.

Noch bis Freitag können die Beschäftigten ihre Stimmen für die Betriebsratswahl abgeben. Cavollo kämpft für ein gutes Ergebnis.

Die Vorsitzende Cavallo kämpft um ein gutes Ergebnis, in Braunschweig treten Kandidaten des AfD-nahen Vereins Zentrum an.

Die Stellen sollen bundesweit bis 2030 gestrichen werden. Der Gewinn des Wolfsburger Autobauers ist stark eingebrochen.

Das sei derzeit kein Thema, sagte ein Sprecher. VW sucht nach einer Perspektive für den Standort, das Werk steht vor dem Aus.