Bremer Firma unterzeichnet Millionenauftrag
OHB im Wettlauf mit dem Asteroiden Apophis – er kommt 2029
Aktualisiert am 14.03.2026 – 05:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine künstlerische Darstellung des Asteroiden Apophis und der Ramses-Sonde: Sie soll Apophis beim Vorbeiflug vermessen. (Quelle: OHB)
Für das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB tickt die Uhr: Europas schnellste Asteroiden-Mission benötigt eine Raumsonde. Denn schon bald fliegt ein Asteroid sehr nah an der Erde vorbei.
Im Frühjahr 2029 ist ein Spektakel zu erwarten: Der Asteroid Apophis wird so nah an der Erde vorbeifliegen, dass man ihn mit bloßem Auge sehen kann. Doch solche Vorbeiflüge sind eine potenzielle Gefahr für den Planeten. Die Europäische Weltraumorganisation ESA bereitet sich nun auf das Ereignis vor und will eine Raumsonde zu Apophis schicken, um den Asteroiden zu vermessen. Das hilft, um die Erde zukünftig zu schützen.
Doch nun ist Tempo gefragt. Die Raumsonde Ramses muss schon 2028 starten, um Apophis rund zwei Monate vor seinem Vorbeiflug an der Erde zu erreichen. Der Vertrag für die Entwicklung von Ramses wurde nun an OHB Italia vergeben, ein Tochterunternehmen des Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB. Der Vertrag hat einen Wert von 81,2 Millionen Euro.
Das Projekt Ramses entsteht auf Basis der ESA‑Mission Hera, die derzeit zu dem Doppelasteroidensystem Didymo/Dimorphus unterwegs ist. Die Raumsonde wurde ebenfalls von OHB entwickelt und gebaut – in nur vier Jahren.
Mit Ramses muss es nun noch schneller gehen. Es bleiben nur 3,5 Jahre Zeit für die gesamte Entwicklung, den Bau sowie den Test. Möglich sei dies nur, weil man auf die umfassende Hera‑Heritage zurückgreifen könne, teilt OHB mit.
Der Asteroid Apophis wird am 13. April 2029 an der Erde vorbeiziehen. Die Entfernung zur Erde wird nur 32.000 Kilometer betragen. Das ist dichter als beispielsweise die MTG-Wettersatelliten, die in 36.000 Kilometern Entfernung vor der Erde schweben. Ramses soll den 375 Meter großen Asteroiden vor, während und nach dem Vorbeiflug optisch und gravitativ vermessen.
Die Erkenntnisse sind wichtig und hilfreich, um zukünftige Gefahren durch Asteroiden, die nah an der Erde vorbeifliegen, präziser einschätzen zu können. Auch die Planung von Ablenkmanövern kann somit effektiver geplant werden. OHB-CEO Marco Fuchs sagt dazu: „Mit Ramses und Hera behaupten wir unseren Spitzenplatz im Bereich Planetary Defence. Der Schutz der Erde vor Gefahren von außen nimmt bei OHB einen sehr hohen Stellenwert ein.“
