Jede Woche tun sich in Schleswig-Holstein neue Geschichten auf. Manchmal ungewöhnlich, mal schön – mal ernst: Hier zeigen wir die besten Geschichten und Fotos der Woche.
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Neukirchen: 404 Jahre alte Kirche an der Ostsee bedroht
In Neukirchen in Angeln sorgt die gefährdete Lage der historischen, 404 Jahre alten Kirche für Besorgnis, da die Steilküste durch fortschreitende Erosion kontinuierlich abbricht. Aktuell trennen das Gotteshaus nur noch etwa 19 Meter vom Abgrund.
Während eine schützende Baumreihe den Hang derzeit noch stabilisiert, wird vor den langfristigen Folgen des steigenden Meeresspiegels gewarnt. Wirksame Küstenschutzmaßnahmen wären finanziell extrem aufwendig und ökologisch komplex, weshalb die Zukunft des Gebäudes in den nächsten 50 bis 100 Jahren ungewiss bleibt.
Hier geht es zur ganzen Geschichte: Kirche zu nah am Abgrund: Droht in Neukirchen das Schicksal von Haus Seeblick?
Iran-Krieg: Malenter Paar wieder aus Katar abgereist
Nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs saßen Sven Fritzke und Petra Bollmann aus Malente zehn Tage lang auf der „Mein Schiff 5“ im Hafen von Doha fest. Das Paar erlebte dramatische Nächte mit Explosionen und katarischen Kampfjets, die iranische Bomber in letzter Minute abfingen.
Hintergrund: „Raketen fliegen übers Schiff“: Paar aus Malente sitzt in Doha im Kriegsgebiet fest
Wie bei anderen Passagieren, ist auch bei Sven Fritzke und Petra Bollmann die Luft raus.
Foto: Sven Fritzke
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Am vergangenen Dienstag kam die erlösende Nachricht: Sie konnten über Katar nach Frankfurt fliegen, trotz eines letzten Schreckmoments durch einen Flugalarm am Flughafen in Doha. Die Malenter landeten dann am Mittwochabend sicher in Deutschland.
ICE-Dauerpassagier Lasse Stolley: Vom Leben im Zug zum Vollzeit-Zugchef
Lasse Stolley aus Fockbek, der drei Jahre lang als „Dauerpassagier“ im ICE lebte und von dort als Softwareentwickler arbeitete, hat die Seiten gewechselt. Seit Anfang 2026 arbeitet der 19-Jährige als Vollzeit-Zugchef für das Unternehmen TRI Train Rental im Regionalverkehr. Zu seinen Aufgaben gehören die technische Abfahrbereitschaft, die Unterstützung des Lokführers und die Koordination des Bordpersonals.
Lasse Stolley sieht Verbesserungspotential bei der Bahn.
Foto: Privat
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Stolley betont die Wichtigkeit transparenter Kundenkommunikation, besonders wenn Fahrgäste aufgrund von Verspätungen oder Ausfällen gereizt reagieren. „Dass die Leute aggressiv werden und einen beleidigen – das ist mir auch ein paar Mal passiert.“ Mit dem Job hat sich auch was geändert: Während Stolley von 2022 bis 2025 komplett im Zug lebte, verbringt er nun etwa zehn Prozent der Nächte in der Bahn.
Zum Artikel: Lasse Stolley aus Fockbek: Deutschlands bekanntester Bahnreisender ist jetzt Zugchef
Eckernförde: Jugendlicher stirbt nach gewaltsamen Streit
In Eckernförde herrscht tiefe Betroffenheit, nachdem ein Streit vor einem Rewe-Markt im Sauersgang am Dienstag tödlich endete. Eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen eskalierte derart, dass ein Jugendlicher im Alter zwischen 14 und 18 Jahren lebensgefährlich verletzt wurde. Das Opfer wurde etwa drei Kilometer vom Tatort entfernt in einem Mehrfamilienhaus entdeckt und verstarb trotz Reanimationsmaßnahmen auf dem Weg ins Krankenhaus.
Der Tatort vor dem Supermarkt in Eckernförde.
Foto: Florian Sprenger
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Zeugen sollen nach der Eskalation ein flüchtendes Auto beobachtet haben. Eckernfördes Bürgermeisterin Iris Ploog (SPD) zeigte sich schockiert über die Tat und sprach den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus.
Zum Thema: Bluttat in Eckernförde vor dem Rewe-Markt: Ort gerät immer wieder in den Blickpunkt
Gemeinschaftsschule Moorrege lernt ohne Klassen und Druck
Die staatliche Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg in Moorrege setzt ein revolutionäres Lernkonzept ohne klassischen Frontalunterricht um. Inspiriert von der baden-württembergischen Alemannenschule organisieren die rund 400 Schüler ihren Lernalltag eigenverantwortlich an persönlichen Arbeitsplätzen oder tauschen sich auf einem zentralen „Marktplatz“ aus.
Der Ort der Begegnung: der „Marktplatz“.
Foto: Antonio Balcazar
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Während Kernfächer wie Deutsch und Mathematik die Basis bilden, wählen die Kinder für andere Bereiche Schwerpunkte in sogenannten „Klubs“. Ein wöchentliches Coaching sorgt für eine enge Begleitung durch die Lehrkräfte, während Arbeiten individuell dann geschrieben werden, wenn der Schüler sich bereit fühlt. Schulleiter Knud Avé-Lallemant zieht bereits eine positive Bilanz: Die Konflikte unter den Schülern sowie Vandalismus seien seit der Umstellung spürbar zurückgegangen.