
In Berlin fanden am Samstag mehrere Demonstrationen statt, unter anderem von Rechtsextremisten und Verschwörungsanhängern – teilweise mit entsprechenden Gegendemos. Die Polizei war mit rund 1.800 Beamten im Einsatz.
Mit einem Großaufgebot hat die Berliner Polizei am Samstag mehrere Demonstrationen – unter anderem von Rechtsextremen und Verschwörungsanhängern – in der Stadt begleitet. Laut den Angaben einer Sprecherin waren im Tagesverlauf rund 1.800 Beamte im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Einen lokalen Schwerpunkt gab es demnach nicht.
Sänger Naidoo nimmt an Demonstration von Verschwörungsanhängern teil
Bis zu 750 Anhänger von Verschwörungs-Theorien sind am Nachmittag durch das Berliner Regierungsviertel marschiert. Angeführt vom Sänger Xavier Naidoo zogen sie von der Siegessäule aus zum Bundeskanzleramt. Eine Teilnehmerin zeigte den verbotenen Hitlergruß und wurde festgenommen. Angemeldet waren 10.000 Teilnehmer.
Die Demonstration trug den Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“. Naidoo sagte in einer Rede, in Deutschland sei „der Abgrund genauso tief“.
Auf Seite der Gegendemonstranten versammelten sich etwa 200 bis 300 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Rechtsextremisten und Neonazis laufen in Mitte und Marzahn auf
Parallel dazu zog eine rechtsextreme Demonstration vom Potsdamer Platz aus durch die Innenstadt. Nach Polizeiangaben nahmen daran etwa 80 Leute teil. Die Teilnehmer stammen laut Polizei zum Teil aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei „Die Heimat“. Zu Gegenveranstaltungen haben sich mehr als 150 Teilnehmer versammelt, so eine Polizeisprecherin. Insgesamt sollte es mindestens vier Gegenkundgebungen geben.
Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. Zudem setzte sie bei den rechtsextremen Demonstranten das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte. Ein Demonstrant wurde festgenommen, weil er einen Journalisten geschlagen haben soll. In der Nähe des Gendarmenmarktes kam es am Nachmittag zu Rangeleien zwischen linken Gegendemonstranten und Polizisten. Die Polizei sprach von versuchten Sitzblockaden der Gegendemonstranten und notwendigen Zwangsmaßnahmen.
Bereits am Mittag protestierten rund 160 Anhänger der Neonazi-Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade. Ihnen standen nach Polizeiangaben rund 200 Gegendemonstranten gegenüber.
Hunderte bei „Prüf“-Demo am Brandenburger Tor
Am Nachmittag ist am Brandenburger Tor in Berlin für die Überprüfung von Parteien unter Rechtextremismusverdacht demonstiert worden. Zu der Kundgebung kamen rund 700 Teilnehmer, wie die Polizei auf rbb-Anfrage sagte. Die Veranstalter zählten rund 1.200 Teilnehmer.
Auch in Potsdam haben hunderte Teilnehmer für eine Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 2.000 Demonstranten, Beobachter gingen aber von einer geringeren Zahl aus. Hinter den Protesten steht die Organisation „PRÜF“, die der Satiriker, Aktivist und Politiker Nico Semsrott gegründet hat.
Zudem zogen zum Palästina-Konflikt und dem Krieg gegen den Iran mehrere Hundert Demonstranten durch Teile Berlins.
Neben den Demonstrationen würden die Beamten auch das Geschehen rund um das Fußballspiel von BFC Preussen Berlin gegen den Halleschen FC in der Regionalliga Nordost im Auge behalten, hieß es weiter von der Polizei.
Sendung: rbb24 Inforadio, 14.03.2026, 15:00 Uhr