Seit über zehn Jahren arbeitet der Berliner Comic-Künstler und METAL HAMMER-Layouter Andreas Hartung an einer radikal entschleunigten Adaption von H. P. Lovecrafts Erzählung ‘Die Farbe aus dem All’ (‘The Colour Out Of Space’). Entstanden ist eine wortlose Comic-Stummfilm-Arbeit, die Bild und Live-Musik zu einem düsteren Gesamterlebnis verbindet. Am 23. April findet im Kino Babylon in Berlin die Premiere des abschließenden fünften Kapitels statt.

Lovecrafts Geschichte ist schnell erzählt: Auf einer abgelegenen Farm schlägt ein Meteorit ein. Die Natur scheint zunächst zu gedeihen, doch bald kippt die Idylle. Ernte und Tiere verfallen, die Landschaft verliert ihre Farbe, eine unheimliche Mattigkeit breitet sich aus. Nachts leuchtet alles in einer ungewöhnlichen Farbe. Ein unaufhaltsamer Zerfall setzt ein.

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Lovecraft-Klangwelt in Düster-Doom

Hartung und das Musikensemble The Dunwich Orchestra interessieren sich dabei weniger für den populärkulturellen Cthulhu-Mythos als für die existenzielle Dimension des Stoffes. Ihre Adaption verzichtet vollständig auf Text und Dialog. Erzählt wird allein durch Zeichnung, Rhythmus und Klang. Die Langsamkeit ist dabei nicht Stilmittel, sondern Haltung: In fünf Kapiteln wird der schleichende Wandel der Natur ausführlich und beinahe kontemplativ verfolgt.

The Colour out of Space Chapter 1 Erschrockenes HuhnThe Colour Out Of Space

Die Musik – eine staubige, bluesig-countryeske Klangwelt in Düster-Doom – entsteht in engem Dialog mit den Zeichnungen und wirkt wiederum auf sie zurück. Präsentiert wird das Projekt sowohl als filmische Kapitel von jeweils etwa 15 Minuten Länge als auch in Live- Aufführungen im Format eines Stummfilmkonzerts.

Premiere in Berlin

Gastspiele führten das Ensemble unter anderem zum Internationalen Comic-Salon Erlangen, ins Volkstheater Rostock sowie ins Stummfilmtheater Delphi. Mit der Berliner Premiere des fünften Teils findet das über ein Jahrzehnt gewachsene Projekt nun seinen Abschluss.

Die Premiere des ‘Die Farbe aus dem All’-Finales findet am 23. April 2026 um 19:30 Uhr im Berliner Babylon-Kino statt. Tickets für den einmaligen Abend gibt es bereits im Vorverkauf auf der Website des Kinos.

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Über Andreas Hartung (Adaption & Zeichnungen)

Andreas Hartung, geboren 1976 in Berlin, ist Comic-Zeichner, Illustrator, Siebdrucker und Allrounder. Jahrelang dem Berliner Comic-Underground verhaftet, gab er viele Jahre das Berliner Comic-Magazin „Epidermophytie“ heraus. Mit den Kollegen von Moga Mobo initiierte er den großen Comic-Wettbewerb der Comic-Magazine zum Sinn des Lebens. Es folgte 2016 das Nachfolgeprojekt „Culture Comic Clash“. Ein Comic-Konfliktbuch, in dem die Konflikte der Zeit jeweils aus Sicht der unterschiedlichen Parteien betrachtet werden mussten. Das Buch erregte landesweit Aufsehen.

Andreas Hartung Foto- Johannes KuhlComic-Künstler Andreas Hartung

Andreas Hartung zeichnete jahrelang die Comic-Seite für das Musikmagazin „uncle sally*s“ und arbeitet als freiberuflicher Layouter für METAL HAMMER. Er gewann 2010 den ICOM-Preis für den besten Kurz-Comic „Die Schande von Rahlstedt“ und 2013 den Sonderpreis der Jury für herausragende Leistung.

Über The Dunwich Orchestra

The Dunwich Orchestra wurde gegründet, um die Zeichnungen von Andreas Hartung zu vertonen.

The Dunwich Orchestra Foto- Leopold MeierbrechtThe Dunwich Orchestra

Laut eines Fans spielen sie Appalachen Doom Blues. Die Mitglieder sind in der Berliner Underground-Szene verwurzelt.


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