rbb|24: Wie bauen Sie Vertrauen auf? Reicht es, dass Sie selbst eine Frau sind?

Schirmer: Das spielt eine wesentliche Rolle. Wir schauen immer, dass unsere Jugendlichen uns alle im Team kennenlernen und sie die Wahl haben. Aber im Prinzip landen alle Mädchen bei mir.

Ansonsten nehme Menschen an, wie sie sind, begegne ihnen auf Augenhöhe und nehme sie ernst mit dem, was sie mir sagen. Das ist ein wichtiger Teil von dem, was wir tun. Denn gerade junge Menschen haben oft das Gefühl, nicht gehört zu werden. Insbesondere den Jugendlichen, mit denen wir zu tun haben, wird oft gespiegelt, dass aus ihnen nichts wird und sie nichts können. Ich möchte ihnen das Gefühl geben, dass sie gesehen, gehört und nicht als störend empfunden werden.

Jugendliche haben in dieser Hinsicht immer wieder Konflikte. Durch die Nachverdichtung in der Stadt gibt es immer weniger Freiflächen. Wenn neu gebaut wird, wird zwar oft ein Spielplatz für Kinder bis 12 Jahre mitgedacht. Aber keiner schafft Flächen für Jugendliche. Und wenn sie sich dann auf einem Spielplatz aufhalten, stören sie. Selbst wenn sie nicht besonders laut sind. Aber wo sollen sie sich aufhalten? Dabei soll und muss der öffentliche Raum für alle da sei. Teenager werden nicht gewollt und das spüren sie immer wieder. Das gleiche gilt in den Wintermonaten für die Einkaufscenter. Dort wird sogar eigens der Sicherheitsdienst verstärkt und die jungen Menschen werden rausgeschmissen.