15.03.26 – Ein lauter Knall markiert das Ende einer Brücke: Die alte Thalaubachtalbrücke der A7 bei Eichenzell (Landkreis Fulda) wurde gegen 11 Uhr kontrolliert gesprengt. Die beiden alten Brückenteile aus dem Jahr 1968 müssen einem Ersatzneubau weichen, da sie den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr standhalten. Durch die Sprengung kann der Rückbau deutlich schneller erfolgen und der Bau der neuen Brücke voraussichtlich sechs bis acht Monate früher abgeschlossen werden. OSTHESSEN|NEWS ist mit einem Team aus Reportern, Kameramännern und Fotografen vor Ort!
Das schlechte Internet vor Ort stellt unser Team vor einige Herausforderungen. Selbstverständlich arbeiten wir daran, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine genaue Berichterstattung zu ermöglichen.
UPDATE 11:02 Uhr: Es erfolgten zwei Sprengungen: eine kleine, um Tiere zu verscheuchen, und dann die große, um die Brücke zum Einsturz zu bringen. Es ist eine große Staubwolke zu sehen.
UPDATE 10:50 Uhr: Noch zehn Minuten bis zur Sperrung! Immer mehr Drohnen werden in den Himmel gelassen.
UPDATE 10:35 Uhr: Mittlerweile umgehen einige der Zuschauer die Absperrungen. Im gleichen Zuge werden weitere Absperrungen aufgebaut und die Menschen aus dem Presse-VIP-Bereich entfernt. Von vor Ort heißt es: „Die Massen sind kaum zu halten.“
Es ist eine große Rauchwolke zu sehen. Fotos: Mathias Schmidt/Andreas Bejm
Zahlreiche Menschen wollen sich das Spektakel der Sprengung nicht entgehen lassen. …
Ein lauter Knall markiert das Ende einer Brücke: Die alte Thalaubachtalbrücke der …
UPDATE 10:25 Uhr:
Es kommt zu massivem Verkehrschaos, auch wenn sich die meisten Schaulustigen an die Absperrungen halten. Einige Zuschauer sind sogar bis zum Presse-VIP-Bereich vorgerückt, um die beste Sicht zu bekommen. Einige gehen sogar soweit, dass sie mit ihren Fahrrädern über die Acker fahren.
UPDATE 10 Uhr: Die Konferenz mit der Autobahn GmbH hat gestartet, es wird auf die Historie der Brücke zurückgeschaut. Doch nun muss die Brücke weichen! Zur aktuellen Wetterlage: „Noch soll es nicht regnen, aber wir warten ab. Es ist sehr bewölkt – über uns startet schon der Polizeihubschrauber“, berichtet das Team vor Ort.
UPDATE 9:50 Uhr: Unser O|N-Team ist bereits seit halb 10 vor Ort und hat sich auf verschiedene Stationen aufgeteilt. Fakt ist schon mal: Neben den eiskalten Windböen, die einen ins Gesicht klatschen, liegt hier auf jeden Fall auch Aufregung in der Luft. Die Public-Viewing-Bereiche füllen sich immer mehr.
Für die Sprengung gilt ein Sicherheitsradius von 300 Metern, und sowohl die A7 als auch die B279 werden zeitweise vollständig gesperrt. Für die Sprengung werden 1.200 Zündkörper – entspricht 100 Kilogramm Sprengstoff – verwendet. Es erfolgen zwei Sprengungen hintereinander: zuerst der Nordteil, drei Sekunden später der Südteil. Vor der Sprengung wurden die Pfeiler gezielt geschwächt, indem Einschnitte vorgenommen wurden. Unter der Brücke entstanden Fallbetten aus Erde, und der Bachlauf des Thalaubachs wurde zusätzlich gesichert. Rund fünf Minuten vor der Detonation gibt der Sprengmeister mehrere Signaltöne. Zwei bis drei Minuten vorher folgt ein lauter Vergrämungsknall, der Vögel aus dem Gefahrenbereich vertreiben soll. Die Brücke selbst besteht aus 2.000 Tonnen Stahl und etwa 2.000 Kubikmetern Beton.
Das Technische Hilfswerk ist bei der Sprengung in Eichenzell vor Ort.
Bürgermeister von Eichenzell, Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU).
Rund um die Brücke wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen, etwa Schutzmaßnahmen für die darunter verlaufende Bundesstraße und ein detailliertes Sicherheitskonzept. Die Autobahn A7 ist zwischen dem Dreieck Fulda und der Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers von 10 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Aktuell (gegen 10:10 Uhr) ist geplant, dass die Autobahn um 16 Uhr wieder freigegeben wird.
Folgende Bereiche sind voraussichtlich gesperrt:
- A7: 10 bis 17 Uhr zwischen Dreieck Fulda und Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers
- B279 unter der Brücke: bereits gesperrt – voraussichtlich bis 2. April
- Wirtschafts- und Radweg Thalau–Döllbach: gesperrt bis 24. März
- Absperrung um die Brücke: 300-Meter-Radius ab 10 Uhr, Zugang verboten
- Ortsdurchfahrten von Motten, Kothen und Speicherz: absolutes Halteverbot
Der Verkehr wird wie folgt umgeleitet:
- Fahrtrichtung Süd: Dreieck Fulda – A66 – Fulda-Süd – B279 – Rothemann – Döllbach – L2790/St2790 – Bad Brückenau-Volkers
- Fahrtrichtung Nord: Bad Brückenau-Volkers – L2790/St2790 – Döllbach – Rothemann – B279 – Fulda-Süd – A66 – Dreieck Fulda
Nach der Sprengung wird zunächst die bereits neu errichtete Brücke sorgfältig überprüft. Ein Ingenieur kontrolliert das Bauwerk auf mögliche Schäden und gibt es anschließend für den Verkehr frei. Im nächsten Schritt werden die Stahlüberbauten und Pfeiler der gesprengten alten Brücke zerlegt und Stück für Stück abtransportiert, damit der Bereich vollständig geräumt werden kann.
Das Ereignis zieht viele Zuschauer an. Vereine aus der Region organisieren daher öffentliche Treffpunkte („Public Viewing“) zur Sprengung, bei denen Besucher das Ereignis aus sicherer Entfernung verfolgen können. Dabei werden unter anderem Würstchen, Brezeln, Getränke und Kuchen angeboten, teilweise zu kleinen Preisen – und wer mit Bauhelm kommt, bekommt sogar ein Freigetränk. (ms/mis) +++





