Freunde, Kunstinteressierte, Wegbegleiter der Künstlerin sowie Vertreter aus Kultur und Öffentlichkeit waren gekommen, um gemeinsam die Vernissage der Malerin Ahmeneh Ghasempours in Büttgen zu feiern.
Die Ausstellung zeigt rund fünfzehn Werke der in Kaarst lebenden Iranerin, deren Ölgemälde mit außergewöhnlicher Präzision und einem feinen Gespür für Licht und Atmosphäre beeindrucken. Viele der Arbeiten sind großformatig und ziehen die Betrachter durch ihre Detailgenauigkeit und ihre intensive Bildsprache in den Bann. Begrüßt wurden die Gäste mit einer Ansprache zur Ausstellung, die zugleich eine Würdigung der künstlerischen Entwicklung von Ami Ghasempour darstellte. In der Laudatio von Rena Wertheim wurde besonders hervorgehoben, wie sehr die Künstlerin in ihren Arbeiten mit dem Zusammenspiel von Licht, Farbe und Emotion arbeitet. Ami Ghasempour lebt seit 2019 mit ihrer Familie in Kaarst. In ihrer früheren Heimat Iran war sie als Rechtsanwältin und Kunstpädagogin tätig, bevor sie sich zunehmend der Malerei widmete. Seit 2014 beschäftigt sie sich intensiv mit der Kunst und entwickelte ihren eigenen Stil, der Realismus und impressionistische Einflüsse miteinander verbindet. Ihre Ausbildung zur Kunstmalerin schloss sie 2018 ab. Schon zuvor hatte sie bei dem renommierten iranischen Maler Rahim Navessi die Technik der Ölmalerei erlernt und ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickelt. Die Werke der Ausstellung spiegeln diese künstlerische Reife wider. Besonders auffällig sind die floralen Motive, vor allem Rosen, deren Blüten in beeindruckender Präzision dargestellt sind. Die Gemälde wirken beinahe fotorealistisch, behalten jedoch eine malerische Leichtigkeit und poetische Ausstrahlung. „Man hat fast das Gefühl, den Duft der Rosen wahrnehmen zu können“, so Rena Wertheim. Neben Blumenstillleben zeigt die Ausstellung auch Porträts sowie Landschaftsmotive. Nebelschwaden in einem herbstlichen Wald, sanfte Lichtreflexe auf Blütenblättern oder fein ausgearbeitete Schatten auf einer Tischplatte. Immer wieder steht das Spiel von Licht und Atmosphäre im Mittelpunkt der Werke. Diese besondere Lichtführung gab der Ausstellung auch ihren Titel. „Poesie des Lichts“ beschreibt treffend das zentrale Element in Ghasempours Arbeiten: das feine Wechselspiel zwischen Helligkeit und Schatten, zwischen realistischer Darstellung und emotionaler Wirkung. Für Ami Ghasempour ist die Ausstellung ein wichtiger Schritt auf ihrem künstlerischen Weg in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr war sie in der Büttgener Galerie mit einer Duo-Ausstellung vertreten gewesen. Die jetzige Einzelausstellung markiert jedoch einen neuen Meilenstein. Die Malerin selbst zeigte sich sichtlich bewegt über die große Resonanz.
Die Ausstellung in der Wertheim Arts Galerie ist noch bis zum 27. März zu sehen. Wer die Vernissage verpasst hat, hat also weiterhin Gelegenheit, die „Poesie des Lichts“ und die faszinierenden Werke von Ami Ghasempour in Ruhe zu entdecken.