Nach Haftstrafe in Belarus

Maria Kalesnikava nimmt Karlspreis 2022 in Aachen entgegen

15.03.2026 – 13:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Zeichen für Freiheit und Solidarität: Oberbürgermeister Michael Ziemons, die Schwester der Karlspreisträgerin Tatsiana Khomich, Karlspreisträgerin 2022 Maria Kalesnikava und Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums Armin Laschet (v. l.).Vergrößern des Bildes

Zeichen für Freiheit und Solidarität: Oberbürgermeister Michael Ziemons, die Schwester der Karlspreisträgerin Tatsiana Khomich, Karlspreisträgerin 2022 Maria Kalesnikava und Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums Armin Laschet (v. l.). (Quelle: Stadt Aachen)

Die belarussische Bürgerrechtlerin erhält den Internationalen Karlspreis persönlich in Aachen. Politik und Kultur würdigen ihr Engagement für Demokratie.

Maria Kalesnikava hat am Samstag im Aachener Krönungssaal den Internationalen Karlspreis für das Jahr 2022 persönlich entgegengenommen. Die belarussische Bürgerrechtlerin war im Dezember 2025 aus politischer Haft in Belarus freigekommen. Die Auszeichnung, die ihr 2022 in Abwesenheit verliehen worden war, übergab ihre Schwester Tatsiana Khomich stellvertretend.

Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons eröffnete den Festakt und hob Kalesnikavas Mut und Haltung im Kampf für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit hervor. Er erinnerte an ihre mehr als 600 Tage Haft unter schwierigen Bedingungen: „Und dennoch zeigte sie im Gerichtssaal im September 2021, als sie das Urteil entgegennahm, eine Geste, die weit über diesen Moment hinausging: Mit gefesselten Händen formte sie ein Herz. Dieses Herz ist zu einem Symbol geworden – für Belarus, für Europa und für die Kraft eines menschlichen Willens der sich dem Unrecht nicht beugt. Frau Kalesnikava, es war Ihr Herz. Aber es schlägt für uns alle.“

Im Mittelpunkt der Zeremonie stand die symbolische Übergabe des Karlspreises. Kalesnikava trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein. In ihrer Rede dankte sie ihrer Schwester für deren unermüdlichen Einsatz und würdigte die Unterstützung aus Deutschland und Europa. Sie betonte: „Dieser Preis gehört nicht nur mir. Er gehört allen, die geglaubt, gekämpft und nicht aufgegeben haben. Demokratie lebt davon, dass Menschen sprechen. Unsere Stimmen müssen stärker sein. Die Stimme der Freiheit. Die Stimme der Würde. Die Stimme der Solidarität.“

Der Aachener Bundestagsabgeordnete Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, überreichte eine extra entworfene Karlspreis-Plakette an Tatsiana Khomich. Er betonte die Bedeutung von Belarus für Europa und rief zu stärkerem diplomatischem Engagement auf: „Europa muss eigene Wege nach Belarus für Menschenrechte und Freiheit öffnen.“

Die Veranstaltung wurde von einer Gesprächsrunde mit Kalesnikava, Claudia Roth und Thomas Rachel begleitet, moderiert wurde sie von Claus Kleber. Dabei ging es um die Situation in Belarus, Kalesnikavas persönliche Geschichte sowie die Unterstützung durch europäische Patenschaften für politische Gefangene. Musikalisch umrahmte die belarussische Komponistin Olga Podgaiskaya die Zeremonie mit Werken ihres Five-Storey Ensembles.