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Eine Monet-Ausstellung startet im März 2026 in Frankfurt. Selbst aus San Francisco reiste ein Leihgabe ins Kunstmuseum Städel.
Frankfurt – Vor dem Städel in Frankfurt parkt bereits ein Imbisswagen, an dem von der dritten März-Woche an französische Spezialitäten verkauft werden, die Liegestühle stehen bereit, damit man dann ein bisschen Urlaubsgefühl haben kann, mit Mainblick und Hochhäusern statt Ärmelkanal und den berühmten Felsen von Étretat. Das Museum rüstet sich für die nächste große Ausstellung, die dem französischen Badeort in der Normandie gewidmet ist, der im 19. Jahrhundert von Künstlern wie Gustave Courbet, Eugène Delacroix oder dem Deutschen Johann Wilhelm Schirmer entdeckt wurde.
Als Entrée zeigt das Städel eine immersive Darstellung der Küste von Étretat, Meeresrauschen inklusive. © Renate Hoyer/Renate Hoyer
Der berühmteste von ihnen dürfte allerdings Claude Monet sein, und das Museum setzt ganz auf die Zugkraft dieses großen Namens – immerhin 23 Monets kann das Städel zeigen. Selbst aus San Francisco ist eine Leihgabe hierhergereist. Es gibt aber noch sehr viele andere Kunstwerke und historische Fotografien zu sehen.
„Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ kommt nach Frankfurt
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Musée des Beaux-Arts in Frankfurts Partnerstadt Lyon. Dort lief „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ bereits im Winter und war, das wundert nicht, ein voller Erfolg, wie Kurator Alexander Eiling berichtet. Das Städel wirbt in der Deutschen Bahn, an den Frankfurter Brücken, selbst auf dem Titelbild der Supermarkt-Zeitschrift prangt ein Monet. Frankfurt wird allmählich neugierig. „Wir bemerken bereits eine große Nachfrage nach Führungen und Tickets im Vorverkauf“, sagt Carolin Fuhr von der Städel-Pressestelle.
Restauratorin Penelope Bombosch misst die Lux-Zahl auf Monets „Felsnadel und Felsentor von Aval“ aus Williamstown/Massachusetts. © Renate Hoyer/Renate Hoyer
Drinnen im Erweiterungsbau von Gustav Peichl von 1990, wo die Ausstellung von Donnerstag an gezeigt wird, riecht es nach frischer Farbe. Bunte Wände werden Akzente setzen. Eine knappe Woche ist noch Zeit bis zur Eröffnung. Im Foyer wird noch gewerkelt, wie Andreas Wendel vom Städel beim Wändestreichen erzählt. „Ich bin der Hausmaler“, sagt er lachend. Die immersive Show im Entrée läuft schon, es ist ein dreidimensionaler Scan der Steilküste von Étretat und des Meeres, ziemlich eindrucksvoll, Möwenkreischen und Meeresrauschen inklusive. Das macht im März schon Lust auf den Sommer.
In einem der ersten Räume hängen bereits drei von vier Wellenbildern von Gustave Courbet, es ist ein ganzer Meeressaal. Statt des vierten Gemäldes klebt noch ein Platzhalter aus Packpapier an der Wand. Es sind wilde, stürmische Szenen – was für ein Kontrast zu den drei Monets an der Wand gegenüber, die lichte Tage an der Küste zeigen, Impressionismus vom Feinsten. Bilder von Monet sind allgegenwärtig, als Poster, Postkarten oder Regenschirmdekor, aber was für ein Unterschied, sieht man die Originale!
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Gleich drei Restauratorinnen haben sich vor dem „Stürmischen Meer bei Étretat“ von 1883 versammelt, das noch auf einem Wägelchen steht. Mit Lupen und kleinen Lampen überprüfen sie jeden Quadratzentimeter des gerade erst ausgepackten Werks, das dem Museum in Lyon gehört. Dann geben sie grünes Licht, das Bild darf gehängt werden. Das geht erstaunlich schnell, die beiden Herren, die das übernehmen, sind schon sehr routiniert im Umgang mit solchen Kostbarkeiten.
Volles Haus im Städel
Kunstausstellungen haben immer wieder das Potenzial, ein breites Publikum anzuziehen, das teilweise eigens von sehr weit her anreist. Auch „Monets Küste“ dürfte wieder Besucherrekorde brechen.
Das Städel hat immer wieder enormen Erfolg mit seinen Ausstellungen. Den Rekord hält die Van-Gogh-Schau von 2019/20, die 505.750 Menschen sahen. Bereits 2015 war Monet mit 432.121 Besucherinnen und Besuchern sehr erfolgreich, und Botticelli wollten 2009 immerhin 367.033 Menschen sehen.
In der Frankfurter Schirn war die Chagall-Ausstellung 2022/23 mit 243.582 Gästen die erfolgreichste Schau. Zu Munch kamen 213.177 Kunstinteressierte, 2017 wollten Magrittes Werke 190.120 Interessent:innen und die „Impressionistinnen“ zwei Jahre später rund 184.000 Menschen sehen.
Mit dem Hängen ist es allerdings noch nicht getan. In einem anderen Saal mit prachtvollen Monet‘schen Felsenbildern ist ein Team mit der perfekten Beleuchtung beschäftigt. Jeder Leihgeber hat andere Vorstellungen davon, wie stark sein Bild angeleuchtet werden darf. Drei bis fünf Jahre dauern die Vorbereitungen für eine große Schau, schätzt Carolin Fuhr. Aber angesichts solch traumhafter Küstenbilder ist das vermutlich schnell vergessen.