Kimi Antonelli

Stand: 15.03.2026 • 14:55 Uhr

Teenager Kimi Antonelli hat in Shanghai eine souveräne Show hingelegt und seinen Premierensieg in der Formel 1 gefeiert.

Der jüngste Pole-Mann in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse konterte beim Grand Prix von China in Shanghai sogar eine Start-Attacke von Rekordchampion Lewis Hamilton im Ferrari.

„Ich finde keine Worte, mir kommen die Tränen“, sagte Antonelli und wischte sich immer wieder über die feuchten Wangen: „Ich danke meinem Team, das mir geholfen hat, diesen Traum zu erreichen.“ Der „Corriere della Sera“ betitelte den ersten Formel-1-Sieg eines Italieners seit Giancarlo Fisichella 2006: „Tränen, Stolz, ein Märchen.“

Erstes Podium für Hamilton im Ferrari

Mit erst 19 Jahren und 202 Tagen bescherte der Italiener vor seinem Teamkollegen und Australien-Auftaktsieger George Russell Mercedes den zweiten Doppelerfolg in dieser noch jungen Saison. Auf das Podest raste am Sonntag noch Hamilton im Ferrari als Dritter, der sich mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc ein aufregendes und schonungsloses Duell lieferte. Es war das erste Podium für den 41 Jahre alten Superstar mit der Scuderia.

Hamilton gab sich gewohnt fair: „Ich freue mich so sehr für dich, Kumpel, und es ist mir eine große Ehre, diesen Moment mit ihm teilen zu dürfen. Er hat meinen Platz in diesem großartigen Team eingenommen, daher ein großes Lob an Mercedes“, sagte der Engländer an die Adresse des jungen Italieners.

Aus für Verstappen

Am Tag zuvor hatte Antonelli mit seiner Premieren-Pole Sebastian Vettel (21 Jahre und 72 Tage) in der Bestenliste abgelöst. Der jüngste Rennsieger ist der Youngster aus Bologna aber nicht: Nur Max Verstappen war bei seinem ersten Karriereerfolg in Barcelona 2016 mit 18 Jahren und 228 Tagen jünger. Die WM-Führung verteidigte Russell aber vor Antonelli.

Nico Hülkenberg konnte eine Woche nach seinem Technik-Aus in Melbourne den Großen Preis von China zwar zu Ende fahren, verpasste im Audi als Elfter aber knapp einen Zähler.

Der viermalige Weltmeister Max Verstappen erlebte mit Red Bull das nächste Frust-Wochenende. Er lag auf Position sechs in den Punkten, als ihn in der Schlussphase ein Defekt zum Parken zwang.

Debakel für McLaren

Konstrukteurschampion McLaren erlebte ein Desaster schon vor dem Start. Die dritte Startreihe blieb frei, da die Ingenieure sowohl am Auto von Weltmeister Lando Norris als auch am Wagen von Vorjahressieger Oscar Piastri einen Schaden festgestellt hatten. In der Garage wurde noch fieberhaft gearbeitet, beim MCL40 von Norris wegen Problemen im Elektronikbereich der Unterboden entfernt – doch es half nichts.

Für Piastri war es schon der zweite vorzeitige K.o. in diesem Jahr. „Es ist frustrierend. Es lag an der Power Unit“, sagte der zerknirschte Norris, der eine Stunde vor dem Start von den erheblichen Problemen an seinem Wagen erfuhr.

Einen spektakulären Auftakt erwischte Hamilton. Der Sprint-Sieger des vergangenen Jahres – einer der wenigen Lichtblicke für ihn bei Ferrari in seinem Premierenjahr – schob sich an den Mercedes vorbei an die Spitze. In Runde zwei verlor der Rekordweltmeister die Topposition zwar wieder an Antonelli, er konnte aber immerhin zeigen, dass mit der Scuderia wieder zu rechnen ist.

Russell nutzt Zweikampf der Ferrari

Russell, der tags zuvor den Sprint über 100 Kilometer für sich entschieden hatte, kam erstmal nur schleppend voran. „Ich habe keinen Grip“, klagte der Engländer.

Die Fans kamen in Shanghai weiter auf ihre Kosten. Vor allem Hamilton und sein Ferrari-Stallrivale Charles Leclerc schenkten sich bei der Verfolgung des enteilten Antonelli nichts. Russell nutzte diesen übermotivierten Abreibungszweikampf und nahm nun selbst die Jagd nach Antonelli auf. Doch selbst im Verkehr behielt der junge Italiener den Durchblick und raste vor den Augen von Papa Marco zu seinem ersten Formel-1-Sieg im erst 26. Grand Prix.