
Stand: 15.03.2026 12:44 Uhr
Niedersachsens Schulleitungen halten es für falsch, dass jede Schule selbst über ein Handyverbot entscheiden kann. Deshalb fordern sie ein flächendeckendes Verbot von Smartphones an Schulen.
Für ein solches Handyverbot brauche es eine gesetzliche Lösung, appellierte der Schulleitungsverband Niedersachsen (SLVN) im Kultusausschuss des Landtags. SLVN-Chef Matthias Aschern sagte, es gebe Fälle von schwerer Körperverletzung und Sexualdelikten, die einzig begangen wurden, um Videos davon zu machen und die Opfer zu demütigen. Messenger und Social Media bezeichnete er als ein „Paralleluniversum“, welches sich dem Wissen und der Kontrolle der Schulen, Lehrkräfte als auch der Eltern entziehe. Zudem beobachte Aschern, dass sich die Aufmerksamkeitsspanne der Schülerinnen und Schüler verringere, was sich wiederum negativ auf ihre Leistungen auswirke. Bereits ein dreiminütiges Video sei manchen zu viel, so der SLVN-Chef. Dass es keine einheitliche Regelung zum Umgang mit Handys an Schulen gibt, könne er daher nicht nachvollziehen.
Landesregierung setzt auf Modell ohne gesetzliches Verbot
Die rot-grüne Landesregierung verfolgt derzeit aber ein solches Modell ohne gesetzliches Handyverbot. Im November hatten die Bildungsministerien von Niedersachsen und Hamburg eine gemeinsame Empfehlung für ein Handyverbot an Schulen vorgestellt. Anhand eines Leitfadens sollen Schulen Regeln zur Handynutzung entwickeln und Verbote rechtssicher umsetzen können, hieß es. „Wir empfehlen explizit, keine Handys an Grundschulen zu erlauben“, sagte Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) im November bei einer Pressekonferenz. Mit steigendem Alter sollen die Schülerinnen und Schüler auf den weiterführenden Schulen Smartphones dann zunehmend nutzen dürfen.

Das Ratsgymnasium in Osnabrück will ein Handyverbot in der fünften Klasse umsetzen – das auch zu Hause gelten soll.

Die Empfehlung sieht etwa eine rechtssichere Musterschulordnung vor. Ein generelles Handy-Verbot soll es weiterhin nicht geben.

Wichtiger als ein gesetzliches Handyverbot ist, dass alle mitziehen. Das ist Kultusministerin Hamburg gelungen, meint Claudia Wohlsperger.

Auf vielen Schulhöfen in Bremen dürfen keine Handys mehr gezückt werden. Die neue Regelung gilt bis zur 10. Klasse.
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