US-Geheimdienste haben nach Informationen des Senders „CBS News“ Präsident Donald Trump und seinem engsten Umfeld Hinweise übermittelt, wonach Irans verstorbener oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei erhebliche Zweifel an der Eignung seines Sohnes Mojtaba für die Nachfolge hegte. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten dem Bericht zufolge, dass Chamenei seinen Sohn als wenig intelligent und ungeeignet für die Führung des Landes eingeschätzt habe.

Die Geheimdienstanalyse deutete laut Quellen aus Regierungskreisen und dem Umfeld des Präsidenten zudem darauf hin, dass Ali Chamenei über private Probleme seines Sohnes informiert gewesen sei. Mojtaba Chamenei, 56, war am vergangenen Wochenende vom Rat der religiösen Geistlichen zum neuen Obersten Führer gewählt worden. Zuvor hatte er jahrelang als enger Vertrauter seines Vaters gegolten.

Ali Chamenei war rund eine Woche vor der Ernennung seines Sohnes bei einem israelischen Raketenangriff im Zuge der ersten Angriffswelle des gemeinsamen Kriegs der USA und Israels gegen den Iran getötet worden. Mojtaba Chamenei wurde dabei dem Vernehmen nach verletzt und entstellt; aus US-Kreisen heißt es laut „CBS“, dass man nicht einmal wisse, ob er überhaupt noch lebe.

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In internen Gesprächen habe Trump laut CBS News geäußert, er könne nicht beurteilen, ob die Informationen über Mojtaba Chamenei von Bedeutung seien. Er gehe davon aus, dass der Iran derzeit faktisch führungslos sei. Aus dem Weißen Haus hieß es, man nehme an, dass die Islamische Revolutionsgarde aktuell die Kontrolle im Land ausübe – ein Bruch mit der theokratischen Herrschaft seit der Revolution von 1979.

Sprecher der CIA, des Weißen Hauses und des Vizepräsidenten lehnten gegenüber „CBS“ eine Stellungnahme ab. Trump hatte am Freitag in einem Interview mit Fox News öffentlich angedeutet, dass Ali Chamenei kein Vertrauen in die Fähigkeiten seines Sohnes gehabt habe. (ben)