Seit fast 2000 Tagen ist die ehemalige Kaufhof-Filiale in der Neubrandenburger Innenstadt geschlossen. Am 16. Oktober 2020 konnten die Passanten zum letzten Mal in dem im Jahr 1960 eröffneten früheren Centrum-Warenhaus einkaufen, seitdem ist zumindest äußerlich nicht mehr viel passiert.

Das ist der Plan für das Gebäude

Ein zunächst geplanter Abriss des Gebäudes wurde verhindert, im Hintergrund laufen seit mehreren Jahren Planungen für die Zukunft. Aus einem geplanten Baubeginn im Jahr 2025 ist jedoch nichts geworden. Durch einen privaten Investor soll das leerstehende Gebäude „revitalisiert und wieder zu einem zentralen Anlaufpunkt in der Innenstadt entwickelt werden“, heißt es von der Stadt.

Am 16. Oktober 2020 konnten Besucher das letzte Mal im Kaufhof einkaufen. (Archivbild)Bild vergrößern

Am 16. Oktober 2020 konnten Besucher das letzte Mal im Kaufhof einkaufen. (Archivbild) (Foto: Tim Prahle)

Den Schwerpunkt bilde dabei die Ansiedlung von zwei Nahversorgern. Der Bauantrag sei Ende 2025 seitens des Antragstellers „erneut angepasst worden“, im ersten Quartal 2026 soll nach aktuellem Stand die Baugenehmigung erteilt werden. „Danach kann der Investor mit den baulichen Arbeiten beginnen und das Gebäude schrittweise einer neuen Nutzung zuführen“, heißt es auf der Internetseite der Stadt.

Eigentümer hält sich bedeckt

Eigentümer des Gebäudes ist die Hamburger Grundstücks- und Vermögensverwaltungsgesellschaft (GVG) Andresen. Doch eine Nordkurier-Anfrage über den aktuellen Stand des Bauprojekts blieb bislang unbeantwortet. Auch auf die Frage, welche Nahversorger in das Gebäude einziehen sollen, gab es keine Antwort.

So sah das Centrum-Warenhaus in Neubrandenburg in den 1960er-Jahren aus.Bild vergrößern

So sah das Centrum-Warenhaus in Neubrandenburg in den 1960er-Jahren aus. (Foto: NK-Archiv/privat)

Auskunftsfreudiger sind auf den ersten Blick die großen deutschen Nahversorger. Sechs von neun angefragten Supermärkten und Discounter äußerten sich nach einer entsprechenden Nordkurier-Anfrage – jedoch sind fast alle ziemlich zurückhaltend.

Nur Aldi spricht Klartext

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Die Antworten von Rewe, Globus, Lidl, Kaufland und Netto Marken-Discount klingen allesamt ähnlich. „Grundsätzlich sind wir immer an attraktiven Standorten interessiert und bestrebt, unser Filialnetz weiter auszubauen“, schreibt beispielsweise ein Kaufland-Sprecher, auch „die Gegend in und rings um Neubrandenburg ist durchaus ein sehr interessantes Gebiet“.  Lidl möchte den Kunden „attraktive Einkaufsstätten bieten“, Rewe sei ebenfalls „grundsätzlich bestrebt zu expandieren und deshalb ständig auf der Suche nach geeigneten Standorten. Dies gilt auch für Neubrandenburg“. Doch alle fünf Nahversorger wollten sich zu konkreten Einzugsplänen rund um das ehemalige Kaufhof-Gebäude nicht äußern. Tegut, Edeka und der „schwarze“ Netto mit dem Hund ließen eine Anfrage unbeantwortet.

Anders sieht das bei Aldi aus. Auch der Discounter optimiere sein „Filialnetz kontinuierlich und nachhaltig“, betont ein Pressesprecher und ergänzt: „Die Entscheidung für neue Standorte erfolgt bei ALDI Nord jedoch stets individuell und auf Basis einer Vielzahl von Faktoren.“ Als einziges angefragtes Unternehmen hat Aldi eine klare Haltung bezüglich des leerstehenden Gebäudes in der Neubrandenburger Innenstadt: Das ehemalige Kaufhof-Gebäude entspreche „nicht unseren Expansionskriterien für eine neue Filiale“, stellt Aldi-Sprecher Niklas Heidermann klar.

Auch ein großer Parkplatz gehört zu dem Grundstück.Bild vergrößern

Auch ein großer Parkplatz gehört zu dem Grundstück. (Foto: Bastian Bönisch)

Das gut 5000 Quadratmeter große Gebäude steht unter Denkmalschutz. Zu dem Grundstück gehört auch ein größerer Parkplatz im Innenhof des Gebäudes. Der letzte bekannte Plan war diesbezüglich, „die Parkfläche hinter dem Gebäude auf rund 2000 Quadratmetern komplett zu überbauen – bis zur Grundstückgrenze an der Neutorstraße“, hieß es im Oktober 2024 im Nordkurier.

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