Es waren spektakuläre Bilder, als ein US-Superstar in der Stadt war. Sängerin Taylor Swift trat Ende Juli 2024 an zwei Tagen im Münchner Olympiastadion auf. Einzig das altehrwürdige Stadion mit der weit über Deutschland hinaus bekannten Zeltkonstruktion war schon pickepacke gefüllt.
Der Olympiaberg hat in München Kult-Status
Das genügte aber bei Weitem nicht. Laut „BR“ zählten die Behörden an jenem Samstag, 27. Juli, bis zu 40.000 weitere Fans im unmittelbar angrenzenden Olympiapark. Und tags darauf sollen es noch mehr gewesen sein. Viele davon säumten die Anhöhe über dem Olympiasee mit bestem Blick ins Stadionrund. Die Rede ist vom über 60 Meter hohen Olympiaberg.
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Die Bilder des Spektakels gingen damals durch die Nachrichtensendungen. Nicht nur in Deutschland. Der kleine Berg, der im Vergleich zu den Alpen sicher kein Berg ist, genießt in der bayerischen Landeshauptstadt mit ihren rund 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern absoluten Kult-Status. Manche joggen beim Workout hinauf, andere spazieren gemütlich hoch, um eine einzigartige Aussicht auf die Isarmetropole zu haben.
Münchner Olympiaberg entstand aus Kriegsschutt
Auf und vor dem Olympiaberg finden Extrem-Hindernisläufe oder Events der Funsport-Szene statt, und Instagram-Fans haben ihn längst für atemraubende Sonnenuntergangsmotive für sich entdeckt. Bei all der Aufmerksamkeit und Romantik ist die Geschichte hinter der großen Hügel im Münchner Norden dagegen zutiefst traurig. Bei Wikipedia deutet die Bezeichnung „Großer Schuttberg“ darauf hin.

Bei den Konzerten von Taylor Swift säumten tausende Fans den Olympiaberg in München. (Foto: Felix Hörhager/dpa)
Denn: Der Berg entstand zwischen 1947 und 1958 aus dem Schutt des Zweiten Weltkriegs. Vor allem im Frühjahr 1944 wurde München entlang der Isar heftig bombardiert, die Innenstadt war bei Kriegsende weitgehend zerstört. Und irgendwohin musste der ganze Schutt hin, als es darum ging, die einstige Residenzstadt bayerischer Könige wieder aufzubauen.
München: Olympiaberg erinnert an den Zweiten Weltkrieg
Als Olympia 1972 noch weit war, fiel die Wahl auf jene Gegend der ansonsten flachen Münchner Schotterebene, wo heute der Olympiapark steht, und wo, getrennt durch Autobahn-Zubringer, der weltweit bekannte Autohersteller BMW in direkter Nachbarschaft seinen Stammsitz hat. Später kam zu immensen Mengen an Weltkriegsschutt auch noch der Aushub für den Bau der U-Bahn U3 hinzu, die seinerzeit für die Olympischen Sommerspiele errichtet wurde.
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Für jene Sommerspiele modellierte der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek den Olympiaberg und integrierte diesen in den damals neuen Olympiapark. Auf dem Olympiaberg erinnern heute zwei kleine Gedenkstätten an die Opfer der Luftangriffe auf München, die das NS-Dokumentationszentrum München bei insgesamt 38 schweren Bombardements und 30 dokumentierten Tieffliegerangriffen auf 6632 Tote schätzt. Der beliebte Berg steht bis heute in engem Zusammenhang mit diesem traurigen Kapitel der Geschichte.