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FOTO TAGESSATZFrankfurt: Kommunalwahl 2026  Wahlabend im Römer Katharina Knacker , Dimitrios Bakakis , Foto aufgenommen am: 15.03.2026Foto: Rolf OeserReden mit allen demokratischen Kräften: Katharina Knacker und Dimitrios Bakakis. © Rolf Oeser

Die Grünen in Frankfurt hadern mit ihrem Wahlergebnis, sehen aber auch keinen Absturz.

Und nun? Bei den Grünen im Römer macht sich am Sonntagabend eine seltsame Stimmung breit. Von einer Niederlage will niemand sprechen. Aber besonders viel Grund zur Freude gibt es auch nicht.

Noch hofft die Partei auf die Auszählung der Stimmzettel, auf denen kumuliert und panaschiert wurde. 30 Prozent sollen das sein, und in der Tat könnten die Grünen dann noch zulegen. Wer links wählt, unterstützt womöglich nicht nur die Grünen mit dem Listenkreuz, sondern gibt noch ein paar Stimmen zu Ökolinx oder Linke.

Aber reicht das noch, um die CDU zu überholen und stärkste Kraft im Rathaus zu bleiben? Eher nicht. Dimitrios Bakakis, der auf Platz zwei kandidiert hatte, gratuliert der CDU schon zum Wahlsieg. Spitzenkandidatin Katharina Knacker tut das zumindest um 21 Uhr noch nicht.

Verkehrsdezernent Siefert sieht „ordentliches Ergebnis“

Vieles spricht jedoch nicht dafür, dass es noch zu Platz eins reicht und Hilime Arslaner Stadtverordnetenvorsteherin bleibt. Die Politikerin der Grünen hatte dem Gremium in den vergangenen fünf Jahren vorgestanden. Mit Blick auf SPD, Volt und FDP merkt sie an: „Wir Grüne haben keine Dezernent:innen auf die vorderen Plätze gestellt.“

So gemischt wie die Stimmung bei den Grünen ist, so unterschiedlich fällt auch ihre Analyse aus. Die mehr als 20 Prozent wertet Knacker als Erfolg. Das Ergebnis zeige, dass die Menschen in Frankfurt Klimaschutz wollten und die Verkehrswende und soziale Gerechtigkeit. Auch Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert wirkt am Sonntagabend nicht unzufrieden. Er spricht von einem „ordentlichen Ergebnis“ und betont: „Vom Absturz der Grünen, den sich viele gewünscht hatten, ist nichts zu sehen.“

Auf der anderen Seite sei es bitter, dass es für Platz eins aller Voraussicht nach nicht gereicht hat, sagt Julia Eberz, die auf Platz fünf kandidiert und vor allem in den sozialen Medien einen sehr engagierten Wahlkampf geführt hatte. „Die Kampagne der CDU gegen ein Linksbündnis hat Wirkung gezeigt“, erklärt Eberz.

Bundestrend war keine Hilfe für die Grünen

Zumindest leiden die Frankfurter Grünen ein Stück weit unter dem Bundestrend. Und auch die Wahl in Baden-Württemberg hat der Partei in Hessens größter Stadt keinen besonderen Schub gebracht. Der Vizepräsident des Bundestages, der Grüne Omid Nouripour, hatte zu Beginn des Wahlabends auf eine ähnliche Entwicklung wie in Baden-Württemberg gehofft, wo Spitzenkandidat Cem Özdemir (Grüne) den CDU-Kandidaten Martin Hagel auf den letzten Metern noch überholt hatte.

Immerhin, das Ergebnis in Frankfurt sei besser als bei der Bundestagswahl vor rund einem Jahr, sagt Dimitrios Bakakis und richtet den Blick nach vorne. Nun liege es an der CDU, zu Gesprächen über eine künftige Koalition in Frankfurt einzuladen.

Aber hatten sich die Grünen nicht schon auf ein Linksbündnis unter ihrer Führung festgelegt – oder sich zumindest darauf gefreut? Nein, das weist Bakakis energisch zurück. Vom Haushalt, den Grüne, SPD und Volt gemeinsam mit den Linken beschlossen hatten, sei eben kein Signal ausgegangen, auch die Gespräche mit der CDU seien gut gewesen. Und auch Katharina Knacker betont: „Wir reden mit allen demokratischen Kräften.“