Gegen einen erbarmungslos effektiven Tabellenführer haben die Straubing Tigers am Sonntagnachmittag das letzte Hauptrundenspiel der Deutschen Eishockey-Liga DEL) mit 3:6 (1:0, 1:3, 1:3) verloren. Die Kölner Haie demonstrierten in Niederbayern eindrucksvoll, was ein Topteam in der DEL auszeichnet.

Die Tigers schossen im mit 5635 Zuschauern ausverkauften Eisstadion am Pulverturm fast doppelt so oft auf das gegnerische Tor (40:23), mussten sich aber dennoch den offensiv gnadenlosen Haien geschlagen geben. Köln geht nicht nur deshalb als Topfavorit auf die Meisterschaft in die Playoffs (Viertelfinale ab 24./25. März). Dort treffen die Straubing Tigers als Dritter der Abschlusstabelle auf den Rangsechsten auf – die Eisbären Berlin! Gegen den Rekordmeister hat das Team von Coach Craig Woodcroft Heimrecht und in den vergangenen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht. Sowohl 2024 (Halbfinale) als auch im vergangenen Jahr verloren sie gegen das Team um den gebürtigen Deggendorfer Manuel Wiederer Playoff-Serien mit 1:4. Nur mit einem Sieg hätten die Tigers am Sonntag Platz zwei verteidigen können. Den schnappten sich nun die Adler Mannheim mit einem Heimsieg über die Schwenninger Wild Wings. Trotzdem wurden die Tigers-Profis mit lauten Gesängen und viel Applaus in die Trainingswoche vor den Playoffs verabschiedet. Mit 101 Punkten stellten sie einen neuen Vereinsrekord in der 20-jährigen DEL-Geschichte des Klubs auf.

Zunächst hatte der Nachmittaf nach dem Geschmack der Tigers begonnen. In einem ausgeglichenen ersten Drittel gelang einzig Nick Halloran ein Treffer (16. Minute) – der 28-Jährige erzielte per Abstauber sein 22. Saisontor. Zuvor hatte Elis Hede den Puck stark erobert. Im Mittelabschnitt wurden die Angriffe beider Teams mit deutlich mehr Konsequenz vorgetragen und die Torhüter rückten in den Fokus. Sowohl Henrik Haukeland (Straubing) als auch Janne Juvonen (Köln) hielten, was zu halten war. Trotzdem fielen in diesen 20 Minuten vier Treffer. Haukeland musste kurz vor Ablauf eines Kölner Powerplays den Schuss des schön freigespielten Ryan McInnis passieren lassen (22.). Zwei Minuten später konnte er den Schlagschuss von Oliwer Kaski abwehren, allerdings war Juhani Tyrväinen zur Stelle – 1:2 (24.). Kurzzeitig hatten die Haie ein spürbares Übergewicht, das änderte sich mit einer Strafe gegen Valtteri Kemäilinen. Im darauffolgenden Powerplay entwickelten die Straubinger viel Druck, der Ausgleich deutete sich und Tyler Madden machte mit einem präzisen Schuss (28.). Nun schien der Weg in die Erfolgsspur für die Tigers gelegt, zumal sie erneut in Überzahl spielen durften. Doch Köln überstand diese zwei Minuten und schlug mit der Rückkehr von Kevin Niedenz aus der Kühlbox erneut zu: Niedenz legte die Scheibe auf Kemiläinen ab und der 34-Jährige knallte sie ins Kreuzeck. Unhaltbar für Haukeland, dem die Sicht versperrt war (32.).

Das letzte Hauptrundentor der Tigers erzielt der Kapitän

Im letzten Drittel probierten die Tigers noch einmal alles, um diese Partie zu drehen und Platz zwei doch noch zu verteidigen, aber dazu waren die Haie einfach zu abgezockt. Zwar gelang den Gastgebern durch Kapitän Mike Connolly noch einmal der Ausgleich (55.). Aber drei Minuten später stand es 3:6! Kemiläinen schnürte den Doppelpack (56.), Freddy Austin traf aus großer Distanz ins leere Tor (57.) und Moritz Müller machte den vierten Haie-Sieg gegen die Tigers in dieser Hauptrunde endültig perfekt. „Ich denke, Kölns Torwart hat heute den Unterschied gemacht. Bei uns war alles da, aber wir müssen einfach unsere Möglichkeiten besser nutzen. Wir hatten eine Menge Torchancen“, meinte Tigers-Coach Craig Woodcroft nach der Partie.

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Der Ausblick auf die DEL-Playoffs

In vier Playoff-Runden wird der Deutsche Meister bis spätestens 7. Mai ermittelt. Zunächst ermitteln vier Teams aus dem Tabellenmittelfeld in Preplayoffs (best of 3) die letzten beiden Viertelfinalisten (Siebter – Nürnber Ice Tigers, Grizzlys Wolfsburg – Schwenninger Wild Wings; Termine: 17./18, 20. und 22. März). Die Runde der letzten Acht sowie das Halbfinale und Finale werden jeweils im Modus „best of 7“ ausgetragen, Heimrecht hat jeweils das Team mit der besseren Hauptrundenplatzierung. Die ersten Viertelfinalpartien sind auf Dienstag und Mittwoch, 24./25. März, terminiert. Titelverteidiger und Rekordmeister sind die Eisbären Berlin. Das Viertelfinale im Überblick:

Kölner Haie – Preplayoff-Sieger
Adler Mannheim – Preplayoff-Sieger
Straubing Tigers – Eisbären Berlin – 1. Spieltag am Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr, in Straubing
ECH Red Bull München – ERC Ingolstadt

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