• Die EU erlaubt künftig Bezeichnungen wie Veggie-Wurst, verbietet jedoch Namen mit direktem Bezug zu Fleischarten wie „Typ Hähnchen“ oder „Wie Rind“.
  • Foodwatch-Geschäftsführer Chris Methmann kritisiert die EU-Entscheidung als „riesengroßen Unsinn“, da sie mehr Verwirrung stifte und Veggie-Produzenten erschwere.
  • Lo-Ping Tu von Vegefarm betont, ihre Bezeichnungen stammen aus buddhistischer Tradition; Sonja Pannenbecker (Verbraucherzentrale) hält deutsche Bezeichnungen für klar geregelt.

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Verbraucherschützer haben die EU-Entscheidung zur Benennung von Fleischersatzprodukten als „riesengroßen Unsinn“ kritisiert. „Die ‚Lösung‘ der EU für ein vermeintliches Problem, das in der Realität gar nicht existiert, schafft im Supermarkt nicht mehr Klarheit, sondern mehr Verwirrung – und macht Veggie-Produzenten unnötig das Leben schwer“, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Chris Methmann. Lo-Ping Tu, Inhaberin der Vegefarm an der Hamburger Straße 45 in Bremen, schildert dem WESER-KURIER ihre Perspektive auf das EU-Vorhaben und erklärt, was aus ihrer Sicht die größeren Probleme sind.

Worum geht es in der Debatte?

Im vergangenen Jahr forderten mehrere Abgeordnete im EU-Parlament, Begriffe wie „Tofu-Wurst“ oder „Veggie-Burger“ zu verbieten – nach eigener Aussage, um Landwirte zu schützen und Verbraucher vor Irreführung zu bewahren. Vorangetrieben wurde die Initiative von der konservativen Französin Céline Imart, die darin eine notwendige Klarstellung im Lebensmittelrecht sah. Doch der Vorstoß stößt auf scharfe Kritik: Grünen-Abgeordneter und Biolandwirt Martin Häusling spricht von einem „Kulturkampf um Ernährungspolitik“. Das Verbot führe nicht zu mehr Klarheit, sondern zu zusätzlicher Bürokratie und verunsichere die Verbraucher noch weiter.

In der vergangenen Woche hatte die EU im sogenannten Trilogverfahren einen Kompromiss im Benennungsstreit um vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte erzielt. Verhandler vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU einigten sich darauf, dass Bezeichnungen mit Verweis auf Fleischprodukte wie Veggie-Wurst, -Schnitzel oder -Gyros zulässig bleiben. Verboten sind künftig allerdings Produktbezeichnungen, die sich direkt auf eine Fleischart beziehen, etwa „Typ Hähnchen“ oder „Wie Rind“.

Wie ist die Perspektive der Vegefarm?

„Ich glaube, wir haben momentan größere Sorgen“, sagt Lo-Ping Tu von der Vegefarm. Seit 2008 betreibt sie ihr Restaurant in Bremen und gilt als erfahrene Expertin für vegetarische und vegane Küche. Schon zuvor war sie im Onlinehandel aktiv und brachte fleischfreie Ersatzprodukte nach Deutschland. Die Bezeichnungen der Fleischalternativen auf ihrer Karte stammen aus dem Buddhismus und blicken dort auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Ziel sei es nicht, Verbraucher zu täuschen, sondern bewusst die gleichen Tiernamen zu verwenden, um deutlich zu machen, welches tierische Produkt dort jeweils als Alternative angeboten wird. Eine Änderung dieser Bezeichnungen hält sie daher weder für nötig noch für sinnvoll.

Die Diskussion um die Bezeichnung pflanzlicher Alternativen sei allerdings nichts Neues. „Darüber wurde schon vor Jahren gestritten.“ Auf ihrer Speisekarte bestehe keine Verwechslungsgefahr: Alle Gerichte seien eindeutig gekennzeichnet – auch wenn dort Begriffe wie „Tintenfisch“ oder „Ente“ auftauchen. „Wenn man den Gästen erklärt, woher die Begriffe kommen, haben sie immer Verständnis“, erklärt Tu.

„Die Gastronomie in Bremen hat ganz andere Sorgen“, klagt Tu. Schon seit Längerem belasten steigende Kosten die Branche – doch der Krieg im Iran verschärft die Situation zusätzlich. Viele Produkte für ihr Restaurant stammen aus Asien. Durch die Blockade der Straße von Hormus kommen zahlreiche Waren nun verspätet oder gar nicht mehr an. Auch die Preise bei den Zulieferern seien deutlich gestiegen, berichtet Tu.

Was sagt die Verbraucherzentrale?

„Wir warten erst mal ab, was dabei herauskommt“, sagt Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen. Denn formell muss die Einigung von Rat und Parlament noch gebilligt werden. Laut der Ernährungsreferentin ist in Deutschland die Bezeichnung bereits sehr klar geregelt. Die Wirtschaft habe sich darauf eingestellt und selbst Kritiker stimmten den bestehenden Regelungen im Wesentlichen zu. „Die Aufregung im Europäischen Parlament war nicht nachvollziehbar“, sagt Pannenbecker.

In Deutschland sei der Fleischkonsum nach wie vor zu hoch. Deshalb wäre es wichtig, dass Fleischersatzprodukte gut angenommen werden. Die Bezeichnung nach Typen, also zum Beispiel „Typ Huhn“, ist laut Pannenbecker eine gute Idee, die so fortgeführt werden sollte.

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

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