Es ist ein trostloser Anblick in Düsseldorfs beliebtem Volksgarten. Während sich die Blüten an den knorrigen Ästen der Magnolien im Park aus dem 19. Jahrhundert so langsam öffnen und Besucher nach einem Platz in der Frühlingssonne Ausschau halten, stehen zwei gastronomische Perlen in allerbester Lage leer. Das schmucke Kurhaus ist von einem Bauzaun umrundet und durch Videokameras und Drohnen vor Vandalismus geschützt. Vor dem Eingang stehen Kübel mit verdorrten Pflanzen, die Tür ist mit Graffiti beschmiert. Und auch das dazugehörende kleine Bootshaus, mit seiner idyllischen Lage direkt am Teich, steht leer.

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Im April 2025 hat die Brauerei Uerige hier das letzte Bier ausgeschenkt. Sie hatte Kurhaus und Bootshaus seit 2010 betrieben, anfangs noch zusammen mit dem Kabarettisten Manes Meckenstock, samt seiner Kleinkunstbühne „Haus der Freude“. 2015 hatte sich Meckenstock aus der Gastronomie zurückgezogen, das Uerige machte im Volksgarten noch zehn Jahre allein weiter.

Zaun statt Gäste: Das Bootshaus im Düsseldorfer Volksgarten hat seit einem Jahr keinen neuen Betreiber.

Zaun statt Gäste: Das Bootshaus im Düsseldorfer Volksgarten hat seit einem Jahr keinen neuen Betreiber.
© Funke Medien NRW | jum

Als sich die Brauerei im Frühling 2025 aus der Location, die der Stadt gehört, zurückzog, gab es Gerüchte über einen möglichen Nachfolger. Der „Salon des Amateurs“, der wegen der Sanierung der Kunsthalle nach einer Übergangslösung suchte, war im Gespräch. Aber daraus wurde nichts. Im September 2025 brachten dann die Grünen einen weiteren Kandidaten ins Spiel. Das Lokal „Britische Biere“, dessen Tage an der Emmastraße gezählt sind, weil hier Wohnungen gebaut werden sollen, könnte in das Kurhaus umziehen, hieß es damals.

Noch keine Nachfolger für die Gastronomie im Volksgarten in Sicht

Nun bestätigt die Stadt als Eigentümerin des Kurhauses auf Anfrage unserer Redaktion, dass keine der beiden Nachfolge-Lösungen umgesetzt wird. „Entsprechende Überlegungen“ würden nicht weiter verfolgt. Gründe nennt die Verwaltung dafür nicht. Überhaupt sind die Antworten aus dem Rathaus zur Zukunft der Parkgastronomie spärlich.

Auf eine Anfrage der Grünen zu Perspektiven für Kurhaus und Bootshaus in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung gab es als Antwort folgende beiden Sätze: „Für beide Objekte werden derzeit verwaltungsintern die Grundlagen für eine künftige Nutzung geprüft und vorbereitet. Aufgrund der standortspezifischen Rahmenbedingungen gestaltet sich der interne Prüf- und Abstimmungsprozess komplex und ist mit einem entsprechenden zeitlichen Vorlauf verbunden.“ Zur Ergänzungsfrage, wie und wann eine Einbindung der Bezirksvertretung in diesen Prozess vorgesehen ist, heißt es: „Das verwaltungsinterne, prozessgebundene Vorgehen hinsichtlich einer künftigen Nutzung der Objekte sieht eine formale Einbindung der Bezirksvertretung nicht vor. Gerne informieren wir die Bezirksvertretung über die weiteren Schritte und Entscheidungen.“

Ergänzendes Angebot zur Kaffeebar Lilo im Volksgarten

Bezirksbürgermeister Thorsten Graeßner ist angesichts dieser in seinen Worten „undifferenzierten Antwort“ etwas verstimmt. Er spricht für seine Partei, die Grünen, wenn er sagt, dass man sich für die Gastronomie im Volksgarten einen Betreiber wünsche, der das Angebot der Kaffeebar Lilo an der Unterführung zur Emmastraße sinnvoll ergänze. Und auf keinen Fall wolle man, dass die Stadt Kurhaus und Bootshaus verkaufe.

Idylle pur: Das Bootshaus liegt im Volksgarten direkt am Wasser. Jetzt steht es leer.

Idylle pur: Das Bootshaus liegt im Volksgarten direkt am Wasser. Jetzt steht es leer.
© Funke Medien NRW | jum

Davon ist zumindest bisher vonseiten der Stadt keine Rede. Die Verwaltung konkretisiert die Antworten an die Bezirkspolitiker auf Nachfrage noch ein wenig. Dass die beiden Häuser seit einem Jahr leer stehen, habe damit zu tun, dass die Prüfung der Standorte vor einer Neuvergabe sehr komplex sei: Durch die Lage der Objekte im Volksgarten müssten zahlreiche unterschiedliche fachliche Aspekte berücksichtigt und mehrere Stellen innerhalb der Verwaltung eingebunden werden.

Kurhaus und Bootshaus im Düsseldorfer Volksgarten wurden bis April 2025 von der Brauerei Uerige betrieben und stehen aktuell leer. Die Adresse ist Auf‘m Hennekamp 101, 40221 Düsseldorf. Die beiden Gebäude liegen idyllisch im Grünen mit Seeblick. Das Bootshaus wurde bis zuletzt vor allem für geschlossene Gesellschaften gebucht.

Dabei gehe es unter anderem darum, dass sich die gastronomische Handschrift eines neuen Betreibers „stimmig in ein tragfähiges Gesamtkonzept“ für den Volksgarten einfüge. Ziel sei, die Gebäude wieder zu beleben und das bestehende gastronomische Angebot im Volksgarten sinnvoll zu ergänzen sowie die Aufenthaltsqualität im Park weiter zu stärken. „Gleichzeitig zeigt sich derzeit allgemein, dass gastronomische Nutzungen mit besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden sind“, teilt die Stadt mit. Auch diese Rahmenbedingungen würden bei den Überlegungen berücksichtigt, um eine langfristig tragfähige Perspektive für die Standorte zu schaffen.

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Und natürlich geht es dabei vor allem um Geld: „Darüber hinaus gibt die aktuelle finanzielle Situation der Landeshauptstadt Düsseldorf den Handlungsrahmen vor.“ Fazit aus dem Rathaus: „Die internen Abstimmungs- und Prüfprozesse nehmen daher etwas Zeit in Anspruch. Sobald die entsprechenden Rahmenbedingungen geklärt sind, wird die Verwaltung die nächsten Schritte zur Wiederbelebung der Standorte einleiten. Dazu gehört auch zu prüfen, welche Betreiberkonzepte für die Gebäude geeignet sein könnten.“

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Bis dahin hält das „Lilo“ die Stellung in diesem Teil des Volksgartens: Aenna Jumpertz und Dennis Bode haben die ehemalige Florabar vor einem Jahr mit neuem Konzept wiedereröffnet und zum beliebten Treffpunkt gemacht. Etwas weiter südlich erfreut das Café Südpark die Volksgarten-Besucher mit Spielplatz, Speisen und Minigolf.