Statt den Abend auf der Couch zu verbringen, hilft auch Selle lieber mit Taschenlampe, Kladde und Eimer gerüstet dabei, Molche, Kröten und Co zu schützen. Sie ist das zweite Jahr dabei. «Ich finde die Tiere total niedlich», erzählt sie. «Ich bin ein Frosch-Fan.» Dass für diese Aufgaben Freiwillige gesucht werden, davon habe sie in der Straßenbahn gelesen. Vor ihrem Einsatz werden die Helfer entsprechend angeleitet. Zur Ausrüstung gehört neben Handschuhen auch Desinfektionsmittel. Damit soll verhindert werden, dass die Helfer Krankheitserreger, die den Tieren gefährlich werden können, verbreiten. 

«Der Amphibienschutz in Sachsen funktioniert vor allem dank des großen ehrenamtlichen Engagements», erklärt Robert Beske, Sprecher des Naturschutzbundes Nabu in Sachsen. Viele Teams hätten langjährige Erfahrung und kümmerten sich zuverlässig um Zaunaufbau und tägliche Kontrollen. «Ganze Familien, Schulklassen, Berufstätige und Rentnerinnen und Rentner packen gemeinsam an. Es macht sichtlich Spaß, zusammen etwas praktisch Sinnvolles für Tiere zu tun.» So gebe es auch in Leipzig viele Freiwillige, die an 15 Standorten helfen, Amphibien sicher über Straßen zu bringen und zu zählen. «Die Gruppen organisieren sich meist unkompliziert über Messenger.»