06:52 UhrImmobilienkrise überschattet Chinas Industriewachstum
Die chinesische Wirtschaft hat zu Jahresbeginn ein uneinheitliches Bild gezeigt. Während die seit Jahren andauernde Immobilienkrise die Konjunktur weiter bremste, legte die Industrieproduktion in einigen Bereichen zu. Das geht aus Daten des nationalen Statistikamtes hervor. Die Preise für neue Häuser sanken im Februar weiter, während die Produktion von Aluminium und der Durchsatz von Rohöl in den ersten beiden Monaten des Jahres zulegten.
Die Immobilienpreise gaben im Februar um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach. Im Jahresvergleich betrug der Rückgang 3,2 Prozent, was den stärksten Preisverfall seit acht Monaten darstellt. In 53 der 70 untersuchten Städte sanken die Preise. In Metropolen wie Peking und Schanghai legten sie jedoch leicht zu. Andere Daten zeigten zudem, dass die Immobilieninvestitionen in den ersten beiden Monaten des Jahres um 11,1 Prozent im Jahresvergleich zurückgingen.
Der chinesische Immobiliensektor befindet sich seit fast fünf Jahren in einer Krise und belastet die gesamte Wirtschaft. Auslöser waren staatliche Maßnahmen ab 2020, die die Verschuldung von Immobilienfirmen begrenzen sollten.
06:38 UhrDas ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 159,48 Yen und notiert damit nur knapp unter seinem 20-Monats-Hoch. Händler bleiben wachsam bezüglich möglicher Interventionen der japanischen Regierung. Zum chinesischen Yuan legt der Dollar leicht auf 6,8992 zu. Der Euro steigt um 0,3 Prozent auf 1,1452 Dollar. Zur Schweizer Währung notiert der Dollar 0,3 Prozent niedriger bei 0,7888 Franken.
06:19 UhrÖlpreise legen erneut deutlich zu
Die Ölpreise starten in Asien mit deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuert sich im frühen asiatischen Handel um 2,76 Dollar oder 2,7 Prozent auf 105,90 Dollar je Fass. Am Freitag hatte der Kontrakt bereits 2,68 Dollar zugelegt. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI klettert um 2,29 Dollar oder 2,3 Prozent auf 101,00 Dollar. In der vorangegangenen Sitzung hatte WTI fast drei Dollar gewonnen.
Angesichts des seit zweieinhalb Wochen andauernden Kriegs der USA und Israels gegen den Iran fürchten Anleger Schäden an der Ölinfrastruktur und eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Die Sperrung der strategisch wichtigen Meerenge, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel der weltweiten Ölförderung transportiert wird, stellt eine massive Störung der Versorgung dar.
05:59 Uhr“Echte Bewährungsprobe“: Iran ist nicht das einzige Thema
Auch die neue Börsenwoche steht im Schatten des US-Konflikts mit dem Iran. Die Nachrichtenflut zu dem Thema schickte die Ölpreise und damit den Aktienmarkt auf Achterbahnfahrt. „Sind zu Wochenbeginn noch einige Marktteilnehmer von einem kurzfristigen, nur Tage dauernden Krieg ausgegangen, zeichnet sich mit jeder neuen Nachricht ein vollkommen anderes Bild ab“, sagt Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Angriffe des Iran auf Tanker im Persischen Golf schürten zum Wochenausklang neue Versorgungsängste, am Freitag schloss der Dax mit 23.447 Punkten mehr als ein halbes Prozent unter dem Vorwochenschluss. Dabei werden erneut steigende Energiepreise laut Lipkow zu einer „echten Bewährungsprobe“ für Inflation und Wachstum.
Angesichts wachsender Inflationssorgen warten Anleger mit Spannung auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Teuerung einzudämmen, ohne den Konjunkturmotor abzuwürgen. Bei der US-Notenbank gehen Experten und Händler von einer Zinspause am 18. März aus. „Wir erwarten, dass Präsident Jerome Powell andeuten wird, dass die Fed zunächst durch die Ölpreisentwicklungen hindurchschauen will und diese den mittelfristigen Ausblick bislang nicht tangieren“, sagt Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters MainSky. Die Erwartung der Marktteilnehmer, dass die Fed die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte nochmals senkt, hält der Experte für „angemessen“.
Pessimistischer zeigen sich Analysten und Händler mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der europäischen Währungshüter. An den Terminmärkten wird aktuell für eine Zinserhöhung der EZB am 19. März eine Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent eingepreist, bei den Zinsentscheiden im April und Juni sind es rund 30 und 65 Prozent. Die Ökonomen der Commerzbank zeigen sich jedoch gelassen: „Im Hauptszenario eines eher kürzeren Kriegs legen unsere Inflationsprognosen und Einschätzungen der EZB-Reaktionsfunktion keine Zinserhöhung nahe.“
Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnen heute die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion in China im Februar. Diese dürften zeigen, dass die boomenden Exporte weiterhin einer nur verhalten zunehmenden Inlandsnachfrage gegenüberstehen, sagt Commerzbank-Experte Henry Hao. Ebenfalls zum heutigen Wochenstart stehen zudem die Daten zur US-Industrieproduktion im vergangenen Monat an.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.