Richtig zur Ruhe kommen die Mitarbeiter der Karstadt-Filiale in Braunschweig wohl nie… Schon wieder müssen sie um ihre Jobs zittern – beziehungsweise immer noch. Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum spricht angesichts der jüngsten Entwicklungen von „besorgniserregenden Nachrichten“.
Denn am Dienstag (11. März) wurde bekannt, dass nun bei mehreren Galeria-Filialen die Verträge mittelfristig auslaufen. So auch in Braunschweig. Zwar seien Verhandlungen angesetzt, allerdings schließe Galeria selbst auch die Schließung einzelner Filialen nicht aus, sollte es keine für das Unternehmen zufriedenstellenden Verhandlungen geben.
Karstadt in Braunschweig wackelt
Eine gewisse Grundsorge um den eigenen Job, das sei bei den Beschäftigten von Galeria in Braunschweig schon längst Realität, sagt Verdi auf Nachfrage von News38. Klar, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass sie um den Standort direkt in der Innenstadt bangen müssen. „Traurigerweise sind die Beschäftigten ja schon Expert*innen für den Umgang mit solchen Situationen“, betont Marc Jäger vom Verdi Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen.
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Mit solchen Situationen meint Verdi die, dass noch Verhandlungen zum Standort bevorstehen. So wie auch jetzt. Denn wie am Dienstag bekannt wurde, will die Warenhauskette Galeria Mietverträge von acht Standorten neu verhandeln, da sie mittelfristig auslaufen. Gespräche dazu seien bereits angelaufen, hieß es. „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“, teilte Galeria mit.
„Stehen wir sehr skeptisch gegenüber“
Ein Schlag für alle Beteiligten. Doch warum das Ganze? Galeria begründet diesen Schritt mit der angespannten Marktsituation es innerstädtischen Einzelhandels. Man kämpfe aber für den Erhalt der Filialen und Standorte. Vorausgesetzt, es gebe ein „wirtschaftlich tragfähiges Modell“. Wie das konkret aussieht? Da lässt sich Galeria nicht in die Karten gucken. Vermutungen liegen aber nahe, dass es an dieser Stelle ums Geld geht.
Auf Nachfrage von News38 erklärt die Volksbank Brawo, dass Galeria sie in der vergangenen Woche über den neuen Sachstand informiert habe. „Substanzielle Verhandlungen“ habe es bislang noch nicht gegeben. Ein erster Termin sei aber für April angesetzt. Die Volksbank Brawo betont, dass auch ihr am Erhalt des Standortes gelegen sei. „Wir haben uns bereits in den letzten beiden Insolvenzen von Galeria sehr für den Erhalt des Standortes engagiert und finanziell große Zugeständnisse gemacht. Den aktuellen Vorstellungen von Galeria stehen wir daher sehr skeptisch gegenüber“, macht ein Sprecher auf Nachfrage von News38 deutlich.
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Stadt Braunschweig stellt sich hinter Karstadt-Mitarbeiter
Der bestehende Mietvertrag könne frühestens zum 30. April 2027 gekündigt werden, verrät die Volksbank Brawo. Bis dahin sei also Zeit, eine Lösung zu finden. Etwas, woran auch Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum gelegen ist. Er habe bereits am Mittwoch, 11. März, erste Gespräche mit allen Beteiligten geführt, Landesregierung Niedersachsen inklusive. Seine Botschaft in einem Facebook-Video ist deutlich: „Wir stehen an der Seite der Beschäftigten, die zum wiederholten Male Sorge haben um ihren Arbeitsplatz.“
Er betont außerdem, dass die Stadt Braunschweig darum kämpfen werde, dass „dieser wichtige Anker für unsere Innenstadt hier erhalten bleibt“. Kornblum hofft, dass sich eine gemeinsame Lösung finden lässt. Er wolle eine Perspektive von Karstadt in Braunschweig.
In der Vergangenheit haben sowohl die Stadt Braunschweig als auch die Volksbank Brawo erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Karstadt-Filiale zu retten. Während der beiden letzten Insolvenzen von Galeria haben sie sich aktiv für den Erhalt des Standortes eingesetzt und finanzielle Zugeständnisse gemacht, um die Filiale zu stabilisieren. Zudem hat Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum in Krisensituationen Gespräche mit allen relevanten Beteiligten, einschließlich der Landesregierung Niedersachsen, initiiert, um Lösungen zu finden und die Sorgen der Mitarbeiter ernst zu nehmen.