Frankfurter Großbank
Unicredit greift nach Commerzbank – Verdi befürchtet Kahlschlag
16.03.2026 – 08:55 UhrLesedauer: 1 Min.
Übernahmeziel: Die Commerzbank in Frankfurt (Archivbild). (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa-bilder)
Die italienische Unicredit hat ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Für die Beschäftigten könnte die Entscheidung der Aktionäre weitreichende Folgen haben.
Die italienische Unicredit hat ein offizielles Übernahmeangebot für alle Aktien der Frankfurter Commerzbank vorgelegt. Unicredit ist bereits größter Anteilseigner des Geldhauses.
Wie Unicredit mitteilte, sollen Commerzbank-Aktionäre 0,485 neue Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie erhalten. Das entspreche einem Preis von 30,80 Euro – einem Aufschlag von 4 Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März.
Laut Unicredit soll das offizielle Angebot Anfang Mai vorgelegt werden. Die Angebotsfrist solle vier Wochen betragen. Für Mai plant Unicredit zudem eine außerordentliche Hauptversammlung. Dort sollen die Aktionäre über das Angebot abstimmen.
Die Bundesregierung lehnt die Übernahme ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, die Bundesregierung setze auf eine „starke und unabhängige Commerzbank“. Der Bund hält gut 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und will diese nicht verkaufen.
Auch die Gewerkschaft Verdi widersetzt sich dem Vorhaben. Laut Verdi drohe der Commerzbank nach einer Übernahme ein Kahlschlag beim Personal. Die Gewerkschaft verweist auf die Unicredit-Übernahme der Hypovereinsbank im Jahr 2005. Diese habe bei der Münchner Bank zu einem Schrumpfkurs geführt.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte den Abbau von rund 3.900 Stellen angekündigt – den Großteil davon in Deutschland. Orlopp verfolgte damit die Strategie, die Eigenständigkeit des Hauses zu sichern.
Die EZB-Bankenaufsicht hatte Unicredit im März 2025 erlaubt, den Commerzbank-Anteil auf knapp 30 Prozent aufzustocken. Das Bundeskartellamt stimmte ebenfalls zu.
