• Mindestens 27 Apotheken in Bremen bleiben am 23. März wegen eines bundesweiten Protesttags der Apothekerschaft geschlossen; weitere könnten kurzfristig hinzukommen.
  • Laut Apothekerkammer wird die Versorgung durch drei Notdienstapotheken in Bremen und eine in Bremerhaven sowie geöffnete Apotheken gesichert, Patienten müssen dennoch längere Wege einkalkulieren.
  • Hintergrund des Protests ist aus Sicht der Apothekerschaft die „existenzbedrohende Situation durch chronische Unterfinanzierung“, sie fordert eine Erhöhung des Apothekenhonorars und weitere Maßnahmen.

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In Bremen könnten Ende März zahlreiche Apotheken geschlossen bleiben. Hintergrund ist ein bundesweiter Protesttag der Apothekerschaft am 23. März, zu dem die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufgerufen hat. Auch in Bremen beteiligen sich Apotheken an der Aktion.

Mehr als die Hälfte der Apotheken geschlossen?

Nach aktuellem Stand haben sich 27 Apotheken für den Protest registriert. „So wie es ausschaut, werden noch weitere Apotheken kurzfristig dazu kommen“, sagt Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Die Apothekerschaft gehe deshalb davon aus, dass mehr als die Hälfte der Apotheken in Bremen an diesem Tag geschlossen bleibt.

Derzeit gibt es laut Apothekerkammer 118 Apotheken in Bremen. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten soll trotz der Protestaktion sichergestellt werden. „Zum einen wird die Versorgung der Bevölkerung durch die Notdienstapotheken sichergestellt, dies sind drei in Bremen und eine in Bremerhaven“, erklärt Justus. Außerdem würden die Apotheken, die sich nicht an der Protestaktion beteiligen, geöffnet bleiben.

Apothekerkammer spricht von „existenzbedrohender Situation“

Dennoch müssen sich Bremerinnen und Bremer auf Einschränkungen einstellen. Die Apothekerkammer geht davon aus, dass Patientinnen und Patienten längere Wege zu einer geöffneten Apotheke zurücklegen müssen.

Aus Sicht der Apothekerschaft steht hinter dem Protest eine angespannte wirtschaftliche Situation. „Die Apotheken in Bremen befinden sich in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind“, sagt Justus.

34 Apothekenschließungen in Bremen seit 2016

Hintergrund ist vor allem die Entwicklung des Apothekenhonorars. Für die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels erhalten Apotheken derzeit 8,35 Euro pro Packung. Seit 2004 habe es lediglich eine einzige Anpassung gegeben – im Jahr 2013 sei das Honorar um 25 Cent von 8,10 auf 8,35 Euro erhöht worden, erklärt Justus. Gleichzeitig seien die Gesamtkosten der Apotheken um 65 Prozent gestiegen, die Personalkosten sogar um fast 80 Prozent.

Konkrete wirtschaftliche Kennzahlen für Bremen liegen laut Apothekerkammer zwar nicht vor. Als Indikator nennt Justus jedoch die Entwicklung der Apothekenzahlen. Bremen hat laut ABDA aktuell mit 16 Apotheken pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die niedrigste Apothekendichte in Deutschland. In den vergangenen 15 Jahren wurden 56 Apotheken geschlossen, so ABDA.

Apothekerschaft fordert Honorareröhung

Die Apothekerschaft fordert daher von der Bundesregierung eine bessere finanzielle Ausstattung der Apotheken. „Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen und die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern“, sagt Justus.

Konkret geht es um eine Erhöhung des Honorars von 8,35 auf 9,50 Euro pro abgegebener Packung eines verschreibungspflichtigen Medikaments. Eine solche Anpassung würde aus Sicht der Apotheker zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten ausgleichen. Außerdem sei eine höhere Vergütung notwendig, um im Wettbewerb um Fachkräfte konkurrenzfähige Gehälter zahlen zu können.

Bundesregierung will sich an Vereinbarung halten

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) betonte Ende Februar im Bundestag, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Honorarerhöhung kommen solle. „Natürlich stehen wir auch, das sage ich ganz deutlich, zur Verabredung im Koalitionsvertrag.“ Eine entsprechende Verordnung solle im Frühjahr auf den Weg gebracht werden.

Darüber hinaus kündigte Warken weitere Schritte zur wirtschaftlichen Stärkung der Apotheken an. So solle unter anderem eine Verordnung ermöglichen, dass Preisnachlässe in Form handelsüblicher Skonti zwischen Apotheken und pharmazeutischem Großhandel wieder möglich werden. Zudem werde der Zuschuss für Nacht- und Notdienste nahezu verdoppelt.

Außerdem sei geplant, dass das Apothekenhonorar künftig zwischen Apothekerverband und Spitzenverband Bund der Krankenkassen verhandelt wird. Gleichzeitig sollen verstärkte Kontrollen bei Transporteuren eingeführt werden, um gleiche Bedingungen für Vor-Ort-Apotheken und Versandapotheken zu schaffen – etwa bei der Einhaltung von Kühlketten.

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

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