Newsblog zum Krieg in Nahost
„Im Visier“: Iran droht Mitarbeitern von US-Unternehmen
Aktualisiert am 16.03.2026 – 18:31 UhrLesedauer: 37 Min.
Eine iranische Rakete: Die Revolutionsgarden drohen US-Firmen. (Quelle: Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa/dpa-bilder)
Der Iran droht US-Firmen. Merz und Pistorius wollen keine deutschen Militärs am Golf. Alle Entwicklungen im Newsblog.
US-Präsident Donald Trump zufolge ist Frankreich offenbar bereit, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Er habe am Sonntag mit seinem Amtskollegen Emmanuel Macron gesprochen, sagt Trump. US-Außenminister Marco Rubio werde die Namen der Länder bekanntgeben, die bei dem Einsatz helfen wollten. Ob Trumps Darstellung den Tatsachen entspricht, blieb zunächst offen.
Die EU-Außenminister haben indes nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas derzeit kein Interesse an einer Ausweitung des Mandats der Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus. Es gebe zwar den klaren Wunsch, den Einsatz zu stärken, sagt Kallas nach einem Treffen in Brüssel. Für eine Änderung des Mandats fehle jedoch momentan die Bereitschaft. Bislang konzentriert sich die Mission vor allem auf das Rote Meer.
Die iranischen Revolutionsgarden haben am Montag gedroht, US-Firmen in der Region anzugreifen. „Angestellte amerikanischer Firmen“ seien aufgefordert diese Standorte sofort zu verlassen, hieß es auf der Webseite der Revolutionsgarden, Sepah News. Diese Gebiete würden bald ins Visier genommen, hieß es weiter.
Es war blieb zunächst unklar, welche Unternehmen angegriffen werden sollen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte in der vergangenen Woche eine Liste mit möglichen Zielen des Iran im Onlinedienst Telegram veröffentlicht. Dazu zählten die Büros von Tech-Giganten wie Amazon, Google, Microsoft und Nvidia in Golfstaaten.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine Beteiligung der Bundeswehr an einer Sicherung der Straße von Hormus abgelehnt. Es werde „keine militärische Beteiligung“ geben, sagte Pistorius am Montag nach einem Treffen mit seinem lettischen Kollegen Andris Spruds in Berlin. Deutschland sei jedoch bereit, auf diplomatischem Wege zu einer sicheren Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus beizutragen.
Israel Armee stellt sich auf eine längere Fortsetzung des Krieges gegen den Iran ein. Demnach verfügten die Truppen von Premier Benjamin Netanjahu nach eigenen Angaben über detaillierte Einsatzpläne für die kommenden drei Wochen sowie über weitere Pläne, die darüber hinausreichen. Dies teilte Militärsprecher Nadaw Schoschani am Montag mit.
Ziel sei es demnach, die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung Israels massiv zu schwächen. Dabei konzentriere man sich auf die Infrastruktur für ballistische Raketen, Atomanlagen und den Sicherheitsapparat. „Wir wollen sicherstellen, dass dieses Regime so schwach wie möglich ist und dass wir alle seine Fähigkeiten, alle Teile und alle Flügel seines Sicherheitsapparats schwächen“, sagte Schoschani. Die Armee, die mehr als 110.000 Reservisten mobilisiert hat, habe noch Tausende von Zielen im Iran im Visier. Zudem begannen israelische Truppen nach Militärangaben begrenzte Bodenoperationen gegen die Hisbollah im Süden des Libanon.
