• Mehr als die Hälfte der Patienten in der Notaufnahme des Klinikums Bremen-Mitte benötigte zuletzt keine dringende Behandlung, wie aktuelle Zahlen zeigen.
  • Laut Gesundheitsressort wurden pro Jahr etwa 74.600 Fälle registriert, davon 3,4 Prozent als sofort akut, und 49 Prozent als niedrig dringlich eingestuft.
  • Am Diako-Krankenhaus in Gröpelingen soll ab April medizinische Fachangestellte eine strukturierte Ersteinschätzung durchführen und nicht dringende Fälle direkt ans MVZ mit Hausärzten weiterleiten.

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Das Problem ist seit Langem bekannt: Die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser sind stark gefragt und oft überlastet. Dorthin kommen viele Patienten mit Beschwerden, die auch bei einem einfachen Hausarzt gut aufgehoben wären.

Diese Entwicklung wird belegt durch aktuelle Zahlen zum Klinikum Mitte. Mehr als die Hälfte der Fälle in der Notaufnahme des Krankenhauses waren demnach zuletzt nicht dringlich. Das geht aus Antworten des Gesundheitsressorts auf Fragen der FDP hervor. Die Liberalen hatten sich für die Fragestunde der Bürgerschaft am Dienstag nach dem Thema erkundigt.

Pro Jahr kamen im Schnitt zuletzt etwa 74.600 Menschen in die Notaufnahme des Klinikums Bremen-Mitte. Bei etwa 2500 Patienten war laut Behörde eine sofortige Behandlung nötig (3,4 Prozent), etwa 7800 weitere wurden als Fälle mit hoher Dringlichkeit eingestuft (zehn Prozent).

Pro Jahr 39.000 Fälle, die nicht dringend sind

In die Kategorie „Mittlere Dringlichkeit“ fielen 21.000 Fälle (29 Prozent). Den größten Anteil bildeten Fälle mit niedriger Dringlichkeit – das galt für etwa 36.000 Fälle (49 Prozent). Es kamen auch 3600 Patienten in die Notaufnahme, deren Anliegen als gar nicht dringlich eingestuft wurde (fünf Prozent).

Dabei gilt: Mehr als die Hälfte der Patienten lieferte sich selbst in die Notaufnahme ein. Deutlich weniger wurden vom Rettungsdienst eingeliefert (19 Prozent) oder von Arztpraxen eingewiesen (15 Prozent).

Patienten, die nicht akut behandlungsbedürftig sind, können laut Behörde oft dennoch in der Notaufnahme behandelt werden – allerdings oft mit langen Wartezeiten, weil schwer Erkrankte stets Vorrang haben. Zudem würden die Patienten mit weniger dringenden Problemen über ambulante Alternativen aufgeklärt: Zum Beispiel könnten sie sich an die Kassenärztliche Vereinigung oder an ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin wenden.

Am Diako-Krankenhaus in Gröpelingen hat man sich zuletzt eine neue Strategie für die Notaufnahme überlegt (wir berichteten): Ab April soll dort ein neues Verfahren greifen. Zuerst machen medizinische Fachangestellte dann am Tresen eine strukturierte Ersteinschätzung mit den Patienten. Wer nicht im Krankenhaus behandelt werden muss, wird direkt an ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Hausärzten am Diako weitergeleitet.

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

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