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Ein Makler hängt ein Schild „Haus zu verschenken“ vor ein Haus in Sendling. Im Internet geht das Angebot viral, hunderte Anrufe folgen. Doch es ist alles ganz anders gemeint.
München – Ein Angebot – 400 Anrufe! Bei Immobilienmakler Fritz Z. klingelt seit Sonntagabend (15. März) pausenlos das Telefon. Das große Kundeninteresse würde ihn normalerweise freuen, jetzt aber fleht er die Münchner an: Bitte nicht mehr anrufen!
Dieses Schild an einem Gartentor in Sendling legt nahe: Das Haus hier gibt’s gratis. © FacebookEin Haus für null Euro? Irre Immobilien-Anzeige sorgt in München für Aufsehen
Mei, ein bisschen hat er es sich selbst zuzuschreiben. Der Grund ist ein irres Immobilienangebot für eine Doppelhaushälfte in Obersendling. „Haus zu verschenken“, steht auf dem Schild am Gartentor des Objekts in der Traubinger Straße, dazu die Nummer des Maklers. Fritz Z. selbst hat es da aufgehängt – eigentlich, um Kaufinteresse zu erzeugen.
Doch die Aktion lief komplett aus dem Ruder. „Eine Dame hat das Schild fotografiert und auf Facebook gepostet. Seitdem hatte ich schon 400 Anrufe, am Sonntagabend ging das bis 12 Uhr nachts“, sagt Fritz Z.
Makler Fritz Z. erhielt 400 Anrufe. © Harry Bruckmeier
Tatsächlich ging der Haus-Hammer online viral, verbreitete sich rasend schnell auf Facebook und über den Nachrichtendienst WhatsApp. Eine Frau namens Angela L. radelte nach eigener Aussage am Haus vorbei und postete das Schild im Internet. Dazu schrieb sie: „Bitte dort anrufen.“ Was die Leute auch taten! Fritz Z. nimmt ihr das nicht krumm, sagt er: „Sie hat sich schon bei mir entschuldigt. Sie meinte, sie habe Münchnern helfen wollen, die dringend eine Bleibe suchen.“
Haus in München zu verschenken – so viel kostet das Objekt wirklich
Ist das Haus also doch nicht zu verschenken? In München doch nicht! „Das Haus ist ein Erbstück. Das Finanzamt hat es mit 1,6 Millionen bewertet, aber das ist viel zu hoch.“ Bis Ende März könnten es die Erben aber zu einem selbst gewählten Preis verkaufen – die Berechnung der Steuer würde sich dann an diesem Betrag orientieren, sagt Fritz Z. „Wir verkaufen es jetzt für 890.000 Euro, das spart Erbschaftssteuer. So gesehen gibt es das Haus gratis zum Grundstück dazu. Das wollte ich damit ausdrücken.“ Das Verschenk-Schild will er jetzt entfernen. Um weitere Missverständnisse zu verhindern.
Dieses Haus in Sendling – zu verschenken? So sieht der Post auf Facebook aus. © Facebook
Dennoch sei das Grundstück (580 Quadratmeter) mit dem renovierungsbedürftigen Haus (1922 erbaut) zu dem Preis natürlich ein „Schnäppchen“, sagt Fritz Z. „Es ist wahrscheinlich 1,2 Millionen Euro wert.“ Für den Preis gebe es rund 150 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, einen großen Garten, Wohnzimmer mit Parkett, Einbauküche, Südwest-Terrasse und Garage in einer ruhigen Wohngegend im Münchner Süden.
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Anrufen brauche aber keiner mehr, sagt Fritz Z.: „Wir haben bereits einen Interessenten gefunden.“