• Am Mittwoch streiken die Beschäftigten am Flughafen Berlin Brandenburg.
  • Die Gewerkschaft Verdi fordert bessere Löhne und kritisiert das Arbeitgeberangebot.
  • Das aktuelle Angebot von rund einem Prozent Lohnerhöhung pro Jahr ist für Verdi inakzeptabel.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten am Flughafen Berlin Brandenburg für diesen Mittwoch zum Streik aufgerufen. Betroffen seien 445 Abflüge und Landungen mit rund 57’000 Passagieren, teilte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg mit. Die Gewerkschaft wirft dem Arbeitgeber eine «Blockadehaltung» in den Tarifverhandlungen vor, wie sie am Montag erklärte. Das unterbreitete Angebot mit Gehaltssteigerungen von rund einem Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit bis Ende 2028 sei «nicht verhandlungsfähig».

«Das ist kein ernsthaftes Angebot, sondern eine Provokation am Verhandlungstisch», erklärte der Verdi-Verhandlungsführer Holger Rössler. «Wer den Beschäftigten über mehrere Jahre hinweg praktisch nur ein Prozent mehr Lohn pro Jahr anbietet, während die Lebenshaltungskosten steigen, zeigt keinerlei Wertschätzung für ihre Arbeit.»

94 Prozent für Arbeitskampf

Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings drohen Pilotenstreiks. Bei einer Urabstimmung haben 94 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf gestimmt, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berichtet. Teilgenommen haben den Angaben zufolge 82 Prozent der infrage kommenden Mitglieder. Ein konkreter Zeitpunkt für einen Arbeitskampf wurde zunächst nicht genannt. Es solle «zeitnah» über das weitere Vorgehen informiert werden.

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Bei der von vielen Urlaubern genutzten Direktfluggesellschaft mit Sitz in Köln geht es wie bei der Mutter Lufthansa um die Betriebsrenten der Pilotinnen und Piloten. Bei den Verhandlungen habe der Konzern jede Volumenerhöhung ihres Beitrags abgelehnt, kritisiert die Gewerkschaft.

Arbeitgeber soll sich bewegen

VC-Präsident Andreas Pinheiro verlangt ein «ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite». Er sagt laut einer Mitteilung: «Mit diesem eindeutigen Votum erhält die Vereinigung Cockpit ein starkes Mandat der Pilotinnen und Piloten bei Eurowings, ihre Forderungen nach einer Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung konsequent weiterzuverfolgen.»

In einer ersten Reaktion begrüsste die Fluggesellschaft, dass die VC ihre Bereitschaft signalisiert habe, konstruktive Gespräche fortzusetzen. Man freue sich auf den nächsten vereinbarten Gesprächstermin am 25. März, sagte eine Eurowings-Sprecherin.

Auch bei Lufthansa wird gestreikt

Bei der Kerngesellschaft Lufthansa haben die Piloten in der vergangenen Woche bereits das zweite Mal die Arbeit niedergelegt. Vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München waren am Donnerstag und Freitag jeweils Hunderte Flüge ausgefallen. Betroffen waren viele Tausend Passagiere. Am Donnerstag hatte die VC auch die Regionaltochter Lufthansa Cityline bestreikt.

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