Bekannter Bankräuber
„Ausbrecherkönig“ Ludwig Lugmeier ist tot
16.03.2026 – 15:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Autor Ludwig Lugmeier (Archivbild): Er machte mit seinen Taten Schlagzeilen. (Quelle: Ingo Wagner/dpa/dpa-bilder)
Er sprang aus einem Gerichtssaal, tauchte in Mexiko und Island unter – und wurde hinter Gittern zum Autor. Nun ist Ludwig Lugmeier gestorben.
Ludwig Lugmeier ist tot – der Mann, der einst aus einem Frankfurter Gerichtssaal sprang und als „Ausbrecherkönig“ Schlagzeilen machte. Er starb am vergangenen Montag in Berlin im Alter von 76 Jahren, wie der Verbrecher Verlag mitteilte.
Geboren in Kochel am See in Bayern, geriet Lugmeier früh auf die schiefe Bahn. Mit 17 Jahren saß er erstmals in Jugendhaft. 1972 überfiel er einen Supermarkt in München, ein Jahr später einen Geldtransporter der Dresdner Bank – die Beute soll in die Millionen gegangen sein.
Als die Polizei ihm auf die Schliche kam, floh er nach Mexiko. 1974 wurde er dort gefasst und nach Deutschland ausgeliefert. Doch Lugmeier blieb nicht lange hinter Gittern: 1976 sprang er während einer Gerichtsverhandlung in Frankfurt aus einem offenen Fenster und entkam. In seiner Abwesenheit verurteilte ihn das Gericht zu zwölf Jahren Haft. Diesmal tauchte er in Island unter – bis ihn die Behörden 1977 in Reykjavík fassten und erneut auslieferten.
Von 1977 bis 1989 verbüßte Lugmeier seine Strafen. Die Zeit hinter Gittern nutzte er, um mit dem Schreiben zu beginnen. Noch vor seiner Entlassung erschien 1987 sein Erzählband „Schattenränder“, 1988 folgte der Gedichtband „Flickstellen“. 1993 veröffentlichte er den Roman „Wo der Hund begraben ist“, 2005 den autobiografischen Roman „Der Mann, der aus dem Fenster sprang“. Sein letzter Erzählband „So der Herr mit Zylinder“ erschien 2022.
Lugmeier schrieb auch Reportagen und lieferte Beiträge für den Rundfunk. Wegen seiner tiefen Stimme war er zudem als Märchenerzähler gefragt. „Ludwig Lugmeier war ein ungewöhnlich herzlicher Mensch“, teilte der Verbrecher Verlag mit. „Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“
