Auswirkungen des Streiks am Mittwoch
Am Mittwoch werden demnach die Werkstätten und der Bereich Infrastruktur bestreikt. Hier ist noch offen, wie sich das auf den Fahrbetrieb auswirkt. Verdi kündigt an: „Es kann zu Verspätungen bis zu Ausfällen bei Bus und Bahn kommen.“ Es wird sich dabei aber wohl eher um Einzelfälle handeln. Die Rheinbahn hält sich noch mit einer Einschätzung zurück, die Folgen seien noch nicht abzuschätzen. „Die Rheinbahn prüft aktuell die Situation und informiert die Fahrgäste, sobald genauere Informationen vorliegen“, teilte das Unternehmen am Montagmittag mit.
Auswirkungen des Streiks am Donnerstag
Am Donnerstag folgt dann allerdings ein bundesweiter Aktionstag. Auch der Fahrdienst ist dann wieder von Früh- bis Spätschicht beteiligt. Somit werden bei der Rheinbahn erneut wie am Dienstag nur einige Busse auf ihren Linien verkehren, teilt der Verkehrsbetrieb mit. Ansonsten fällt das Angebot im gesamten Netz, also auch in den Nachbarstädten, aus.
Folgende Linien sind am Donnerstag laut Unternehmen wahrscheinlich nach Fahrplan unterwegs: O5, O6, O13, O14 (TaxiBus mit Anmeldung), O19 (Taxi-Bus mit Anmeldung), SB50, SB52, 722, 730, 746, 751, 770, 771, 782, 785, 831, 834, 835, 836.
Ein umfangreicheres Angebot lässt sich nicht aufrechterhalten, da sich die ebenfalls bei der Rheinbahn stark organisierte Gewerkschaft NahVG dem Streik anschließt.
Auswirkungen des Streiks am Freitag
Da somit auch am Donnerstag nicht in den Werkstätten gearbeitet wird, sind sogar Auswirkungen am Freitag zu vermuten. Einzelne Bahnen oder Busse könnten nicht für den Betrieb vorbereitet sein, sodass weitere zusätzliche Verspätungen oder Ausfälle möglich sind. Die Rheinbahn plant, den regulären Fahrbetrieb am Freitagmorgen gegen 4 Uhr wieder aufzunehmen. Sie sagt aber bereits aufgrund der jetzt abzuschätzenden Lage: „Es kann allerdings noch bis in die Morgenstunden zu vereinzelten Ausfällen kommen.“
Kritik am Vorgehen der Gewerkschaften kommt nach der Messe auch von der Dehoga. Hintergrund: Erneut gab es am Dienstag parallel zur Pro Wein einen Streik bei der Rheinbahn. Thomas Kolaric, Geschäftsführer der Dehoga Nordrhein, prognostiziert „spürbare Auswirkungen auf zukünftige Messeveranstaltungen, den Messestandort und den innerstädtischen Tourismus“. Bei Messeausstellern und Besuchern könne sich ein „nachhaltig negativer Eindruck vom Standort Düsseldorf“ festsetzen. Kolaric fürchtet „Verzögerungen bei Terminen, erhöhten Individualverkehr und zusätzliche organisatorische Herausforderungen für Hotels und Gastronomiebetriebe“.
Sogar die NahVG kritisiert Verdi. Man streike nur aus Solidarität mit, sagt Heiko Goebel. „Ich kann jedoch keine vernünftige Strategie erkennen.“ Er sehe vielmehr die Gefahr, dass man die Öffentlichkeit gegen sich aufbringe. Zudem vergraule man langfristig möglicherweise Kunden, auf die man doch im ÖPNV angewiesen sei.
Linda Malolepszy von Verdi entgegnet, dass man die Sorgen nachvollziehen könne. „Es bringt nur leider nichts, wenn wir nur nett fragen. Mehr Druck durch Streik ist das einzige wirksame Mittel, um mehr Entlastung zu bekommen.“ Vor der dritten Verhandlungsrunde sei jetzt deutlich zu machen, dass gute Vorschläge auf den Tisch müssten. „Die Kollegen sind wütend.“ Zudem gebe es schon jetzt einen Fahrermangel, das Problem werde sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. „Eine Verkehrswende kann es nur geben, wenn wir auch genug Fahrer haben. Dafür muss der Beruf attraktiv sein.“