Frau steht vor eine Unterwasser-Projektion

AUDIO: Wolfsburg: Kunstmuseum taucht in Klang- und Unterwasserwelt (3 Min)

Stand: 16.03.2026 06:00 Uhr

Die Tiefsee mit ihren unvorstellbaren Weiten ist für die Menschen noch immer weitgehend unerforschtes Gebiet. Diese geheimnisvolle Welt fasziniert den Multimedia-Künstler Julian Charrière aus der Schweiz. Im Kunstmuseum Wolfsburg kann man jetzt in eine Unterwasserwelt eintauchen.

von Janek Wiechers

Wer aus dem Tageslicht in die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg eintritt, verliert zunächst leicht die Orientierung. Stockfinster scheint es in den mattschwarz gestrichenen Korridoren zu sein, die in eine labyrinthische Ausstellungsarchitektur hineinführen. Langsam gewöhnen sich die Augen an die spärlichen Lichtquellen. Dafür ist umso mehr zu hören.

Überall sind an hohen Wänden Lautsprecher montiert. Daraus erklingt eine Soundcollage aus Unterwassergeräuschen und elektronischen Klangteppichen, die der Künstler Julian Charrière als essentiellen Teil seiner Ausstellung verstanden wissen will. Unterwasservulkane, Wellengang, tektonische Platten, die sich verschieben, singende Fische und Wale, und von Menschen erzeugte Geräusche von Schiffen oder Bohrinseln erschaffen eine ganz eigene Klangsignatur.

Meditative Unterwasserwelt atmosphärisch fühlbar machen

Die Ausstellung in Wolfsburg nimmt einen gleichsam wie bei einem Tauchgang immer tiefer mit ins Meer hinein. In Dimensionen, in denen Raum und Zeit verschwimmen und in der sich nach Vorstellung des Künstlers im besten Fall ganz neue Erfahrungen machen lassen. „Es ist eine sehr sinnliche, synästhetische Ausstellung“, meint Charrière. „Es gibt viel Klang, Licht und Bewegung – aber es gibt auch Dunkelheit.“

Diese geheimnisvolle, bisweilen meditative Stimmung der Unterwasserwelt will Charrière in seiner Ausstellung atmosphärisch fühlbar machen. „Ganz wichtig für die Ausstellung ist eine Erfahrung, die ich mal gemacht habe – nämlich einen ‚Drift Dive'“, erzählt der Schweizer. „Wenn man sozusagen in die Strömung hinein springt und vom Ozean bewegt wird. Man geht auf 40 Meter Tiefe und dort ist alles blau. Man sieht gar nicht mehr, was unten und was oben ist. Man wird eigentlich vom Ozean, wie ein Kind, in den Arm genommen und langsam bewegt. Man ist mit einem anderen Ökosystem verschmolzen.“ Auf dem Rundgang durch die Ausstellung begegnen uns Fotografien, Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten.

Außenansicht des Kunstmuseums Wolfsburg

Minimal Art, Concept Art und Arte Povera markieren den zeitlichen Beginn der Sammlung im Wolfsburger Kunstmuseum.

Spektakuläre Unterwasser-Aufnahmen

Im Zentrum der Ausstellung erleben wir das Absinken einer Leuchtturmlampe in die Tiefsee. In die sogenannte Midnight Zone dringt kein Licht mehr – und trotzdem herrscht dort erstaunlich viel Leben: Plankton schwirrt vorbei oder bizarr geformte Tiefseefische tauchen auf und verschwinden wieder – alles etwa Tausend Meter unter der Wasseroberfläche mitten im Pazifik.

Die spektakulären Aufnahmen habe Charrìere mittels Unterwasserdrohnen in einer besonders tiefen Zone des Ozeans zwischen Mexiko und Hawaii realisiert, erklärt der Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, Andreas Beitin. „Auf dem Meeresboden liegen Manganknollen. Viele Unternehmen scharren schon mit den Hufen, um das abzubauen. Man kann nur erahnen, wie groß der ökologische Schaden wäre, wenn man den ganzen Meeresboden umpflügen würde.“

Das Luftbild zeigt das Wolfsburger Stadtschloss und die Volkswagen-Arena.

Wolfsburg wird von Volkswagen geprägt, aber die Stadt bietet auch attraktive touristische Ziele wie Allerpark und Museen.

Sinnlicher und zugleich zeitkritischer Ansatz

Charrière geht es um die akustische Umweltverschmutzung in den Ozeanen – die menschengemachte Geräuschkulisse. „Und diese Klänge haben wir dann benutzt, um eine Komposition zu machen“, sagt der Schweizer.

Mit Julian Charrière ist ein Künstler im Kunstmuseum Wolfsburg zu Gast, der mit seinem sehr sinnlichen, immersiven und zugleich zeitkritischen Ansatz derzeit weltweit Erfolge feiert.

Mitarbeitende verlassen 1972 zum Schichtwechsel das Volkswagenwerk in Wolfsburg.

Am 25. Mai 1945 lassen die Alliierten die „Stadt des KdF-Wagens“ in Wolfsburg umbenennen. Schnell wird sie zur VW-Stadt schlechthin.

Frau steht vor eine Unterwasser-Projektion

Kunstmuseum Wolfsburg taucht in die Klang- und Unterwasserwelt ein

Der Multimedia-Künstler Julian Charrière aus der Schweiz schafft mit seiner Arbeit eigene Räume, die mit der Tiefsee verbunden sind.

Datum:
21.03.2026, 10:00 Uhr
Ende:
12.07.2026
Ort:

Kunstmuseum Wolfsburg

Hollerpl. 1

38440

Wolfsburg

In meinen
Kalender eintragen