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Kiew setzt auf verbesserte Waffen im Ukraine-Krieg. Dazu gehört auch die FP-9-Rakete. Ob sie ihre ambitionierten Ziele erreichen kann, bleibt abzuwarten.

Kiew – Mitten im Ukraine-Krieg hat das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point neue ballistische Raketen angekündigt. Die neue FP-9 soll Moskau erreichen können. Bisher sind Drohnen und Marschflugkörper fast immer an Russlands Luftabwehr rund um Moskau gescheitert. Fire Point ist der Hersteller der FP-1-Drohne. Diese gilt als die meistgenutzte Tiefschlagdrohne in Ukraines Arsenal. Zudem produziert das Unternehmen den Flamingo-Marschflugkörper FP-5.

Ukraine-Krieg - Drohnenfabrik in der UkraineDie Ukraine baut selbst neue Marschflugkörper vom Typ Flamingo. © Efrem Lukatsky/AP/dpa

„Die FP-9 wird in der Lage sein, Ziele in Moskau leicht zu treffen, weil sie eine sehr hohe Aufprallgeschwindigkeit hat“, sagte Firmengründer und Chefingenieur Denys Shtilierman in einem Interview mit Army TV zu den neuen Waffen. Der entscheidende technische Vorteil laut Shtilierman: die deutlich höhere Einschlagsgeschwindigkeit im Vergleich zur russischen Iskander-Rakete. Während der Iskander mit rund 800 Metern pro Sekunde einschlage, solle die FP-9 eine Auftreffgeschwindigkeit von mehr als 1200 Metern pro Sekunde erreichen.

Neue Flamingo-Raketen der Ukraine sollen russische Luftabwehr überwinden

„Damit werden wir die Luftverteidigung deutlich leichter überwinden“, erklärte Shtilierman, räumte zugleich jedoch ein, dass nicht alle Raketen ihr Ziel erreichen würden: „Ja, etwas wird uns aufhalten – aber etwa 25 Prozent werden durchkommen und ihr Ziel treffen.“ Russland hat Moskau und St. Petersburg mit dichten Luftabwehrsystemen gesichert. Drohnen und Marschflugkörper scheitern dort fast immer. Die höhere Aufprallgeschwindigkeit der FP-9 soll dieses Problem lösen.

Neben der FP-9 entwickelt Fire Point auch die kurzreichweitige FP-7. Nach eigenen Angaben hat Fire Point bereits Videos vom Start der FP-7 veröffentlicht. Auf die Frage nach dem aktuellen Entwicklungsstand antwortete Shtilierman vielsagend: „Wir werden sie demnächst an den Nachbarn testen.“ Für die FP-9 hat der Firmenchef funktionsfähige Modelle bis Juni 2026 angekündigt.

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Fire Point gehört zu den größten Profiteuren der ukrainischen Kriegsrüstung. Die Geschichte des Unternehmens ist jedoch nicht frei von Kritik: Im Sommer 2025 präsentierte sich Fire Point auf einer Europatournee mit Leistungsversprechen zur Flamingo-Rakete, die weit über dem nachweisbaren Einsatzerfolg lagen. Im August 2025 berichtete der Kyiv Independent zudem von einer Antikorruptionsermittlung gegen das Unternehmen. Shtilierman trat erst im November 2025 öffentlich als Mehrheitseigentümer hervor und erklärte finanzielle Verbindungen zu einem Netzwerk um Timur Mindich als rein privater Natur.

Zuletzt gab es jedoch positive Nachrichten für Fire Point. Flamingo-Raketen tauchen zunehmend in Russland auf. Das wird sowohl als Erfolg für das Unternehmen als auch für Ukraines Verteidigung gewertet. Die FP-7 und FP-9 wurden erstmals im September 2025 in Polen angekündigt. Ob die FP-9 hält, was ihr Erfinder verspricht, bleibt aber abzuwarten. (Quellen: Army TV, Kyiv Independent) (cs)