Umfrageergebnisse
Schlappe für Reiche: Deutliche Mehrheit lehnt Energie-Pläne ab
Aktualisiert am 16.03.2026 – 14:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: Einer neuen Umfrage zufolge lehnen 69 Prozent der Befragten ihre Energiepolitik ab. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)
Die Energiepolitik der schwarz-roten Koalition stößt mehrheitlich auf Ablehnung, stellt eine neue Umfrage fest. Vor allem das neue Heizungsgesetz führt zu Verwirrung.
Laut einer neuen repräsentativen Umfrage lehnen 69,1 Prozent der Deutschen die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab. Die Skepsis gegenüber den energiepolitischen Entscheidungen der schwarz-roten Koalition gilt dabei über Parteigrenzen hinweg: So befürworten auch nur 37,5 Prozent der CDU/CSU-Wählerinnen die Entscheidungen von Reiche, 29,1 Prozent sind unentschieden. Bei allen anderen Parteianhängern überwiegt die negative Bewertung.
Die Pläne der Regierung, das sogenannte „Heizungsgesetz“ abzuschaffen und neue Gas- und Ölheizungsbesitzer zur Beimischung von grünen Gasen wie Wasserstoff oder Biomethan zu verpflichten, stoßen eher auf Ablehnung. 56,8 Prozent der Befragten finden, dass die Pläne sie mehr verunsichern und wenig Planbarkeit herstellen. Besonders verunsichert sind demnach Anhänger aller Parteien außer der Union. Einzig die Wähler von CDU oder CSU sagen zu 41 Prozent, dass sie durch das neue Heizungsgesetz mehr Planbarkeit erwarten. AfD-Wähler sind ziemlich unentschieden: 48 Prozent sind durch das Gesetz mehr verunsichert und 42 Prozent sind der Meinung, dass es Planbarkeit herstellt. Bei den übrigen Parteianhängern überwiegt die Verunsicherung eindeutig.
Die Umfrageteilnehmer glauben mehrheitlich, dass durch die Beimischung der grünen Gase die Wärmepumpe künftig die günstigste Heiztechnologie sein wird. Dieser Ansicht sind 39,6 Prozent der Befragten. Auf Platz zwei kommt die Antwort „Weiß ich nicht“: 17,1 Prozent der Teilnehmenden gaben diese Antwort. 15,8 Prozent glauben, dass die Gasheizung die günstigste Heizform sein wird. 12,7 Prozent geben der Fernwärme die besten Chancen und nur 5,0 Prozent sehen die Ölheizung als günstigste Option.
Das liegt wohl daran, dass die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger davon ausgeht, dass Gas durch die Grüngasquote teurer wird: 81,6 Prozent der Teilnehmenden erwarten diese Entwicklung. Das gilt auch über alle Parteigrenzen hinweg.
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) soll die bestehenden Heizungsregeln zum 1. Juli 2026 ablösen. Dazu soll noch vor Ostern ein Gesetzesentwurf vorliegen. Geplant ist, dass Eigentümer künftig keine Einschränkungen bei der Heizungswahl haben sollen. Stattdessen werden ab 2028 immer mehr grüne Gase dem Gasnetz beigemischt. Die genaue Ausgestaltung der Quote wird erst später festgelegt. Wer ab 2029 eine neue Gasheizung kauft, muss aber einen Vertrag abschließen, der garantiert, dass das Gas zu mindestens 10 Prozent aus grünen Gasen besteht.
Die Meinungsforscher fragten auch nach der geplanten Streichung der Solarförderung für private Solaranlagen. Diese Entscheidung lehnen 53,3 Prozent der Befragten ab. Unter den verschiedenen Parteianhängern zeigt sich bei diesem Thema ein gemischtes Bild: 84,2 Prozent der Grünen-Wähler finden den Plan von Reiche „eindeutig falsch“, während ihn 57,5 Prozent der AfD-Wähler „eindeutig richtig“ finden. Auch die FDP-Wähler sind mit 49,4 Prozent klar dafür. Die Unionswähler sind sich uneinig: 42 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen und knapp 15 Prozent unentschieden.
Die Streichung der festen Einspeisevergütung wurde von Katherina Reiche schon mehrmals angekündigt, ein Gesetzesentwurf liegt aber noch nicht vor.
