Wer in Halle aus einer Straßenbahn aussteigen möchte, muss seit Montag einen Knopf drücken. Seitdem gilt die von der Halleschen Verkehrs-AG (Havag) zuvor angekündigte Regel. Demnach müssen Passagiere die Haltewunschtasten in der Nähe der Türen zwingend bedienen. Andernfalls könnte die Bahn bei der jeweiligen Haltestelle durchfahren – wenn auch außen kein Fahrgast an der Station steht.

Bernd Wölfel, Bereichsleiter Verkehr und Betrieb bei der Havag, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man verspreche sich, damit die Energiekosten zu senken. Er verwies darauf, dass die Havag wie viele andere Unternehmen unter Kostendruck stehe. Zudem könnte – zumindest in den Randlagen – womöglich etwas Fahrplanzeit eingespart werden, sagte Wölfel.

Nicht jede Haltestelle in Halle betroffen

Nach Darstellung der Havag kann Energie gespart werden, weil weniger unnötig gebremst und angefahren wird. Es soll für flüssigere Fahrten sorgen und gleichzeitig Lärm reduzieren.

Betrieblich notwendige Halte bleiben den Angaben zufolge von der Änderung unberührt – etwa an Haltestellen, an denen die Straßenbahnen planmäßig kurz warten, um den Fahrplan einzuhalten oder für einen Wechsel des Fahrpersonals. Die Knopfdruck-Regel gab es in Halle bereits in den Bussen der Havag.

In den Straßenbahnen der Magdeburger Verkehrsbetriebe gibt es die Regel mit der Stopp-Taste bereits seit Oktober 2022 an allen Tagen, zuvor nur am Wochenende. Beschwerden gibt es hier kaum. Wie die Pressestelle der Magdeburger Verkehrsbetriebe mitteilte, ging seit Januar 2025 hierzu lediglich eine schriftliche Beschwerde per Mail ein.