Im Juni 2025 feierte Jaron Siewert seinen größten Erfolg, führte die Füchse Berlin zur ersten Deutschen Meisterschaft ihrer Vereinsgeschichte. Im September wurde der Trainer dann gemeinsam mit Sportchef Stefan Kretzschmar, der vorher seinen Rückzug im Sommer angekündigt hatte, freigestellt. Jetzt spricht Siewert erstmals seit seinem Rauswurf öffentlich in einem ausführlichen Interview beim Sport-Streamingdienst Dyn (gehört anteilig zur Axel Springer SE, zu der auch BILD gehört) – und enthüllt dabei einen schweren Schicksalsschlag, von dem bisher kaum jemand wusste. Ende Oktober erlitt der 32-Jährige wieder einen Schlaganfall!

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Es war trotz seines jungen Alters nicht der erste Schlaganfall für den Handball-Meistertrainer, bereits 2022 hatte Siewert einen Schlag während des Füchse-Trainings erlitten. Im Gespräch mit Dyn-Moderator Finn-Ole Martins öffnet sich Siewert jetzt, spricht über …
… den neuerlichen Schlaganfall: „Zwei Monate nach meinem Rausschmiss habe ich einen Schlaganfall erlitten. Und da bin ich wirklich am Boden angekommen. Das hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weggezogen. Da habe ich alle hinterfragt.“
… die Folgen und seine Ängste: „Zum wiederholten Male hatte ich Ende Oktober – um genau zu sein am 29. Oktober – zum wiederholten Male einen Schlaganfall. Zwei Monate nach der Freistellung einen erneuten Schlaganfall zu haben, da brauche ich keinem erzählen, was das mit einem macht und auch einige Gedanken im Kopf hervorbringt, was die Zukunft betrifft.
Handball: Jaron Siewert erlitt neuerlichen Schlaganfall
… den Auslöser: „Die Ärzte haben mir zugesichert, dass es nicht mit Stress zusammenhängt, sonst wäre es in der Saison passiert oder spätestens zum Saisonfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen oder dann, wenn mein Körper runterkommt in der Sommerpause oder wenn mir die Freistellung bekanntgegeben wird, aber nicht zwei Monate danach. Jetzt machen sie das Mittel, das sie mir damals 2022 verschrieben haben, verantwortlich für den erneuten Schlaganfall. Da haben sie mir einen Blutverdünner verschrieben, der damals das richtige Mittel war, ich mache den Ärzten keinen Vorwurf. Das war ein Medikament, was noch in der Testung war, aber wohl nach neuestem Kenntnisstand nicht für Schlaganfall-Patienten gedacht ist. Und dann wurde ich auf einen neuen Blutverdünner umgestellt, mit dem geht’s mir ganz gut und ich blicke nach vorne.“
… sein Leben jetzt: „Mein Leben prägt seitdem Dankbarkeit, das Ganze überstanden zu haben. Und lebensbejahender war ich schon nach dem Schlaganfall 2022. Sport ist nicht das Einzige, sondern es kommt auf die Familie an, die Freunde und auf echte Beziehungen. Ich blicke nach vorn, setze mir Ziele und möchte noch stärker zurückkommen, als ich vorher war. Darüber hinaus muss ich die Situation annehmen und nach vorne gucken und jetzt Gas geben, dass es weitergeht.“

Sein größter Erfolg: Im Juni wurde Siewert mit den Füchsen Berlin Deutscher Meister
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Siewert will wieder als Trainer arbeiten, fühlt sich jetzt bereit dafür: „Mir geht’s gut. Deutlich besser als Ende Oktober, als der Schlaganfall passiert ist. Da ging es mir ziemlich schlecht. Und ja, ich nähere mich den 100 Prozent an und bin voller Energie und für neue Aufgaben bereit. Das ist auch der Grund, jetzt darüber zu sprechen. Weil es gefühlt so ein Versteckspiel von meiner Seite aus gewesen ist. Ich fühle mich jetzt bereit für neue Aufgaben. Ich habe nur den einen Plan, das ist nämlich Plan A und das ist Cheftrainer sein zu wollen und hoffentlich bald auch irgendwo wieder an der Seitenlinie zu stehen. Darauf habe ich die letzten Monate hingearbeitet. Ich bin voller Energie, voller Tatendrang, voller Lust auf die Projekte, die dort kommen werden.“
Auch seinen Rauswurf bei den Füchsen hat er mittlerweile verarbeitet: „Obwohl mir ein Vertrag von Bob Hanning vorgelegt wurde und wir, nach Rücksprache mit meinen Beratern, dem auch zugestimmt haben, hat Bob dann eine Rolle rückwärts gemacht. Es war darüber hinaus dann nicht nur ein einfaches Vom-Vertrag-Zurücktreten, sondern ich wurde plötzlich komplett freigestellt. Es hat eine ganze Weile gedauert, um ehrlich zu sein. In den ersten drei, vier Wochen habe ich mir einige Fragen gestellt. Aber ich konnte jetzt ganz gut mit dem ganzen Thema abschließen. In allererster Linie habe ich das mit mir selbst ausgemacht, denn ich bin mein größter Kritiker.“
Siewert sagt, es habe Gespräche „mit drei, vier Vereinen“ gegeben, die durch den Schlaganfall dann auf Eis gelegt worden seien. Keine Frage: Die ganze Sport-Welt würde sich freuen, Jaron Siewert möglichst bald wieder komplett gesund an der Seitenlinie zu sehen.