Bielefeld (dpa/mak/mola/anwi). Im Zuge der Tarifrunde für die rund 30.000 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen ruft die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten erneut zu Warnstreiks auf. „In allen Regionen Nordrhein-Westfalens werden Busse und Straßenbahnen spürbar von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht stillstehen“, so Verdi. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen sei von der Tarifrunde nicht betroffen.

Keine Busse und Bahnen in Bielefeld

  • In Bielefeld ist am Dienstag, 17. März, und am Donnerstag, 19. März, wegen des Warnstreiks jeweils zwischen 4 Uhr früh und 4 Uhr des Folgetages der Fahrbetrieb eingestellt, teilt Mobiel mit. Stadtbahnen und Mobiel-Busse fahren an diesen Tagen nicht.
  • Bus-Linien, die von Fremdunternehmen bedient werden, fahren am Dienstag und Donnerstag trotzdem. Eine Übersicht hierzu finden Fahrgäste auf der Homepage von Mobiel.
  • In Herford betrifft der Warnstreik nur die Bus-Linien von Mobiel: 52, 53, 152 und 153.

Busse in Gütersloh fallen ab Donnerstag aus


Warnstreik im Nahverkehr: In Gütersloh fallen die Busse an drei Tagen aus. - © Andreas Frücht

Warnstreik im Nahverkehr: In Gütersloh fallen die Busse an drei Tagen aus.
| © Andreas Frücht

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  • In Gütersloh kommt der Stadtbus-Verkehr von Donnerstag, 19. März, bis Sonntagfrüh, 22. März, 4 Uhr zum Erliegen, teilen die Gütersloher Stadtwerke mit.
  • Schulbusse fallen am Donnerstag und Freitag aus. Der reguläre Stadtbusverkehr fällt am Donnerstag, Freitag und Samstag aus. Shuttle-Fahrten fallen bis einschließlich Sonntagfrüh aus. Das Servicezentrum am Zentralen Omnibusbahnhof bleibt geschlossen.

Warnstreiks auch in Werkstätten

Bereits am Montag, 16. März, waren in NRW Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Verwaltungen und Kundenzentren der Nahverkehrsunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Für Mittwoch, 18. März, ruft Verdi in den Werkstätten zu Arbeitsniederlegungen auf.

Zuletzt war der Nahverkehr in Gütersloh und Bielefeld am vergangenen Freitag bestreikt worden. Auch im Februar standen Busse und Stadtbahnen in den beiden OWL-Städten an mehreren Tagen still.

Streik-Höhepunkt in NRW am Donnerstag

Der Warnstreik im Nahverkehr am Dienstag und Donnerstag trifft viele Orte in NRW. Am Dienstag bestreikt Verdi zunächst Teilbereiche der Nahverkehrsbetriebe, bevor am Donnerstag alle Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen sind. Auf diese Weise solle deutlich werden, welche Berufsgruppen täglich dafür sorgten, dass der Nahverkehr funktioniere, heißt es von der Gewerkschaft.


Verdi bestreikt erneut den Nahverkehr in NRW. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt. - © Henning Kaiser/dpa

Verdi bestreikt erneut den Nahverkehr in NRW. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt.
| © Henning Kaiser/dpa

Für Donnerstag sind die Beschäftigten im Nahverkehr außerdem in Bayern und Hamburg zum Warnstreik aufgerufen. In Hessen sollte sich die Teilnahme im Laufe des Montags, in Bremen am Mittwoch entscheiden.

Müssen Schulkinder trotzdem zur Schule?

Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: „Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden.

Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 24. März in dritter Runde fortgesetzt.