
AUDIO: Nach Reform: Hamburgs Grundsteuereinnahmen 2025 gestiegen (1 Min)
Stand: 17.03.2026 12:35 Uhr
In Hamburg ist das Grundsteuer-Aufkommen im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Eigentlich sollte das Aufkommen nach der großen Grundsteuerreform gleich bleiben. Hamburgs Finanzbehörde hat aber eine Erklärung dafür.
Das Grundsteuer-Aufkommen war mit besonderer Spannung erwartet worden. Denn 2025 ist das erste Jahr nach der Grundsteuerreform – mit einer kompletten Neuberechnung aller Grundstücke und Immobilien.
Grundsteuer in Hamburg um 3,5 Prozent gestiegen
Das Bundesverfassungsgericht hatte Aufkommensneutralität gefordert, das bedeutet, es sollte nicht teurer für die Steuerzahlerinnen und -zahler werden. Im Ergebnis zahlten die Hamburgerinnen und Hamburger für ihre Grundsteuer nach der Reform allerdings 3,5 Prozent mehr: 519 Millionen Euro waren es – 18 Millionen mehr als im Vorjahr. Wurde das Ziel damit verfehlt?
Dressel: „51 Prozent entlastet, 49 Prozent belastet“
Das Statistikamt stellt klar: In der etwas höheren Summe sind auch Nachzahlungen aus dem Vorjahr enthalten. Die Werte seien demnach nicht unmittelbar vergleichbar. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) erklärte NDR 90,3: Das Grundsteueraufkommen sei auch gestiegen, weil Hamburg viel baue. Etwa 51 Prozent der Steuerpflichtigen seien entlastet worden, 49 Prozent belastet.
Vier Millionen Mehreinnahmen stammen aus der erstmals erhobenen Grundsteuer C für seit langem unbebaute Grundstücke. Generell gibt es eine gewisse Umverteilung: Für Wohngrundstücke muss häufig mehr Grundsteuer bezahlt werden, für Gewerbeflächen weniger.
Hamburgs Grundsteuer-Modell soll Ausreißer dämpfen
Expertinnen und Experten sehen Hamburgs Grundsteuer-Modell als fairer als das Bundesmodell an, weil es Ausreißer nach oben und unten dämpft. Mit 515 Millionen Euro entfiel der Großteil des Grundsteuer-Istaufkommens auf die Grundsteuer B, mit der bebaute Grundstücke besteuert werden. Dort gab es 2,9 Prozent mehr Einnahmen als 2024. Die Einzahlungen aus der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sanken dagegen um 78,6 Prozent auf knapp 150.000 Euro.
Die Grundsteuern gehören zu den wichtigsten Gemeindesteuern. Sie werden auf den Grundbesitz erhoben und bleiben in vollem Umfang bei den Städten und Gemeinden.

Durch die neue Berechnung muss knapp die Hälfte der Immobilienbesitzer mehr zahlen. Für etwa genauso viele wird es laut Finanzbehörde günstiger.

Fast alle neuen Grundsteuerbescheide wurden inzwischen verschickt. Viele haben Einspruch dagegen eingelegt.

Viele Eigentümer müssen nach der Grundsteuerreform mehr zahlen – nicht immer zu Recht. Es lohnt sich, die Bescheide zu prüfen.