Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Putins Ex-Minister gesteht: „Keine Region in Russland sicher“
Aktualisiert am 17.03.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 6 Min.
Wladimir Putin und sein Berater Sergej Schoigu. (Archivild) (Quelle: IMAGO/Gavriil Grigorov/imago-images-bilder)
Russland spricht erstmals offen über die Gefahr der ukrainischen Drohnen. Polen fängt ein russisches Militärflugzeug über der Ostsee ab. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrats, Sergej Schoigu räumt ein, dass ukrainische Angriffe im russischen Hinterland zu einem immer größeren Problem werden. Die Entwicklung der Kampfmittel, in erster Linie Drohnen, und die Raffiniertheit ihrer Einsatzmethoden seien so, dass sich keine Region Russlands sicher fühlen könne, sagte der Ex-Verteidigungsminister russischen Agenturen zufolge in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ostteil des Uralgebirges. Noch vor Kurzem sei der Ural für Angriffe aus der Luft von ukrainischem Territorium aus unerreichbar gewesen, heute befinde er sich in der Zone unmittelbarer Bedrohung.
Die Zahl ukrainischer Angriffe aus der Luft auf Infrastrukturobjekte in Russland habe sich 2025 fast vervierfacht. Schoigu warnte eindringlich, es könnte tragische Folgen haben, das Bedrohungsniveau zu unterschätzen oder bei der Beseitigung bestehender Schwachstellen zu zögern. Dies könnte die sozial-ökonomische Stabilität beeinträchtigen und die logistische Versorgung der Streitkräfte erschweren. Zudem stieg seinen Angaben nach die Zahl der Terroranschläge in Russland 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent.
Ein militärisches Übungsgelände in der russischen Region Pskow brennt offenbar nach einer Explosion. Die Nasa meldet auf ihrer Brandinformationsplattform einen Großbrand. Pskow liegt 32 Kilometer von Estland und 48 Kilometer von Lettland entfernt. Die Ursache des Feuers ist derzeit unbekannt.
Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. „Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.
Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig.
