Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries
Durch Milliardenprojekt „Sprint“ will Mikroelektronik-Konzern auch neue Kundenkreise gewinnen
Dresden, 17. März 2026. Energiesparsame Schaltkreise aus Dresden sind weltweit gefragt, außerdem will Globalfoundries (GF) neue Kunden beim Militär, in der Raumfahrt sowie weiteren Sektoren gewinnen. Deshalb hat der US-amerikanische Mikroelektronik-Konzern heute unter dem Codenamen „Sprint“ mit dem milliardenteuren Ausbau seiner Dresdner Chipfabrik begonnen. Das hat GF nun mitgeteilt.
„Mit Sprint bauen wir nicht nur eine Fab aus, wir stärken einen zentralen Pfeiler der europäischen Halbleiterindustrie.“
Exyte-Vorstand Jürgen Raschendorfer über den Ausbau-Auftrag von Glofo Dresden
Manfred Horstmann ist seit Oktober 2020 Geschäftsführer von Globalfoundries Dresden. Foto: GF Dresden
„Globalfoundries investiert weiterhin langfristig in Dresden und sichert hochwertige Arbeitsplätze in der Region“, betont GF-Standortchef und Vizepräsident Manfred Horstmann. „Mit ,Sprint’ schaffen wir ein zusätzliches Angebot für die steigende europäische Chip-Nachfrage in Schlüsselbranchen wie Automobilbau, Industrieautomation, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt und Medizintechnik. Gleichzeitig wird das Projekt die Grundlage für künftige Innovationen in Bereichen wie energieeffiziente Elektronik, künstliche Intelligenz und Quantentechnologie schaffen.“
Anbauten und Umrüstungen geplant
Konkret will der Halbleiter-Auftragsfertiger seine bestehende Fab für 1,1 Milliarden Euro um einen Anbau ergänzen, zusätzliche Reinraum‑ und Technikflächen einrichten, ein älteres Bestandsgebäude in einem Reinraum umrüsten und dort Maschinen für die Chipproduktion installieren. All diese neuen Sektionen verbinden die Ingenieure dann mit der 25 Kilometer langen Chipfabrik-„Eisenbahn“, die die Boxen mit Siliziumscheiben (Wafer) in der Riesen-Fabrik automatisch von Anlage zu Anlage transportiert.
Produktionskapazität steigt auf über eine Million Chipscheiben pro Jahr
Insgesamt will Globalfoundries damit seine Reinraumkapazitäten um ein Zehntel auf 65.000 Quadratmeter vergrößern. Die Produktionskapazität im Werk Dresden – das bereits jetzt die größte Chipfabrik in Sachsen ist – soll dadurch um 110.000 auf dann 1,1 Millionen Waferstarts pro Jahr steigen. Als Generalauftragnehmer hat sich „Exyte“ durchgesetzt, die vor rund 30 Jahren – damals noch unter dem Namen „Meißner und Wurst“ – bereits die AMD-Prozessorfabrik in Dresden gebaut hatten, aus der die heutige Glofo-Fab hervorgegangen ist. Ende 2028 soll die aktuelle Erweiterung voll betriebsbereit sein.
Unternehmen rechnet mit Chipgesetz-Subventionen
Glofo rechnet mit Chipgesetz-Subventionen von Bund und Freistaat. Wieviel genau, steht zwar noch nicht fest. Aber zu rechnen ist mit einer Zuschussquote zwischen 20 und 50 Prozent, also mit staatlichen Beihilfen zwischen 220 und 550 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigt Glofo Dresden derzeit rund 3000 Menschen in Dresden. Hinzu kommen mehrere Tausend Jobs, die direkt und indirekt von der Fabrik abhängen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Globalfoundries, Oiger-Archiv

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