Göttingens Landrat Marcel Riethig (SPD) lächelt für ein Foto in die Kamera des Fotografen (undatierte Aufnahme).

Stand: 17.03.2026 16:07 Uhr

Das niedersächsische Innenministerium enthebt den Göttinger Landrat Marcel Riethig (SPD) vorläufig des Dienstes. Auch ein Disziplinarverfahren werde eingeleitet, teilte das Ministerium weiter mit.

Das Disziplinarverfahren sei aufgrund „zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte“ für ein Dienstvergehen eingeleitet worden, erklärte das Ministerium. Demnach soll es um zwölf Vorwürfe gehen, die gegen Riethig erhoben wurden. Bezüglich weiterer Vorwürfe seien zusätzliche Vorermittlungen erforderlich, eine Ausdehnung des Disziplinarverfahrens behalte sich das Ministerium deshalb vor. Für den Landrat gelte die Unschuldsvermutung.

Vorläufig vom Dienst enthoben

Auch enthob das Ministerium Riethig vorläufig des Dienstes. Nach Angaben des Ministeriums soll der Schritt die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung sowie ein ordnungsgemäßes und ergebnisoffenes Verfahren sicherstellen. Zudem betonte das Ministerium die Fürsorgepflicht für den Beamten, also für Marcel Riethig. Eine Vorwegnahme des Disziplinarverfahrens stelle die vorläufige Dienstenthebung (nach § 38 Abs. 1 Nr. 2 NDiszG) nicht dar. Riethigs Bezüge werden vorerst nicht gekürzt, wie das Ministerium weiter erklärte.

Vorwürfe vor drei Wochen bekannt geworden

In einer Sondersitzung wollte sich der Göttinger Kreistag heute ebenfalls mit Riethigs Zukunft befassen. Auch hier stand eine vorläufige Dienstenthebung – auf anderer gesetzlicher Grundlage – auf der Tagesordnung. Zahlreiche Führungskräfte, darunter die Dezernentinnen und Dezernenten der Kreistagsverwaltung hatten vor etwa drei Wochen Kreistag und Innenministerium über diverse, aus ihrer Sicht problematische Vorgänge informiert. Einem Brandbrief zufolge ging es um mögliche Vorteilsnahme, einen autoritären Führungsstil und möglicherweise rechtswidrige Entscheidungen, zahlreiche Akten wurden an das Innenministerium übersandt.

Riethig bestritt Vorwürfe

Riethig selbst hatte zuletzt erklärt, sich gegen die Vorwürfe wehren zu wollen. Dem Landrat zufolge fußten sie auf unvollständigen Informationen. Zugleich hatte Riethig erklärt, er sei bereit, weiterhin als Landrat im Landkreis Göttingen tätig zu sein.

Das Kreishaus in Göttingen mit Logo des Landkreises Göttingen.

Der Göttinger Landrat hatte ihnen vorgeworfen, Akten verfälscht und an die Presse weitergegeben zu haben.

Das Logo vom Landkreis Göttingen vor dem Kreishaus in Göttingen

Marcel Riethig (SPD) könnte wegen angeblichem Amtsmissbrauch seinen Posten verlieren. Jetzt geht er in die Offensive.

Porträtfoto des Göttinger Landrats Marcel Riethig (SPD).

Die SPD will Riethig für die nächste Wahl nicht mehr aufstellen. Anlass sind Vorwürfe, der Landrat habe sein Amt missbraucht.