Als Mergim Berisha am vergangenen Wochenende im Südwestderby gegen den Karlsruher SC den Ball zum 2:0-Zwischenstand über die Linie drückte, war es eine Szene wie aus seinen besten Tagen: bullig im Zweikampf, eiskalt im Abschluss. Der mit fast 50.000 Zuschauern ausverkaufte Betzenberg bebte. Und Berisha feierte sein erstes Tor im vierten Zweitliga-Spiel für den 1. FC Kaiserslautern, das sich wie eine späte Erlösung anfühlte. Am Ende hieß es 3:0 für die Roten Teufel.
Für Berisha ist dieser Moment sicher mehr als nur ein Tor. Es ist das vorläufige Ziel einer langen Odyssee durch den europäischen Fußball, die ihn nach vielen Rückschlägen nun in die Pfalz geführt hat.
Blickt man auf Berishas Karriere zurück, sticht besonders seine Zeit beim FC Augsburg hervor. Zuvor war der gebürtige Berchtesgadener rastlos, immer auf der Suche nach Besserem. Ausgebildet bei Red Bull Salzburg, folgten Stationen bei LASK, dem FC Liefering, Altach, Magdeburg und Fenerbahçe Istanbul.
Siegtore gegen den FC Bayern München und Bayer Leverkusen
Von dort wechselte er im Sommer 2022 als Leihspieler zum FCA und erlebte dort seine wohl stärkste Karriere-Phase. In der Bundesliga erzielte er wichtige Tore. Mit seinen Treffern sorgte er für 1:0-Erfolge gegen Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen.

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Torschütze Mergim Berisha jubelt über den Siegtreffer gegen den FC Bayern. Münchens Torhüter Manuel Neuer ist bedient.
Foto: Ulrich Wagner
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Torschütze Mergim Berisha jubelt über den Siegtreffer gegen den FC Bayern. Münchens Torhüter Manuel Neuer ist bedient.
Foto: Ulrich Wagner
Unter Trainer Enrico Maaßen reifte er zum Nationalspieler und debütierte im März 2023 für das DFB-Team. In Augsburg war Berisha der Fixpunkt im Angriff, ein „Typus Stürmer, den wir in Deutschland nicht so oft haben“, wie sein damaliger Coach schwärmte.
FCA macht mit Mergim Berisha ein Transferplus von rund zehn Millionen Euro
Er wurde zum Hoffnungsträger der FCA-Fans. Aber nur kurz. Schnell wurde im Sommertransferfenster 2023 spürbar: für Berisha ist der FCA nur eine Durchgangsstation. Er wollte mehr. Der FCA zog trotzdem die Kaufoption über vier Millionen Euro, um ihn dann kurze Zeit später für geschätzte 14 Millionen Euro zur TSG 1899 Hoffenheim zu transferieren. Effekt: Zehn Millionen Euro plus.
Für den FCA finanziell lukrativ, für Berisha der Beginn einer schwierigen Phase. Nach seinem Wechsel von Augsburg nach Hoffenheim im Sommer 2023 setzte ihn eine schwere Kreuzbandverletzung monatelang außer Gefecht, dann folgte eine Suspendierung und ein schwieriger Stand unter verschiedenen Trainern.
Ein kurzes Comeback beim FCA auf Leihbasis im Jahr 2025 brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag. Berisha war fast nur verletzt. Er kehrte zurück nach Hoffenheim, ohne Zukunftschancen. Bis zur Winterpause absolvierte er kein einziges Pflichtspiel. Er wirkte wie ein Suchender, der seinen Torinstinkt verloren hatte.
TSG 1899 Hoffenheim lässt Mergim Berisha ablösefrei zum 1. FC Kaiserslautern ziehen
Am letzten Tag des Wintertransferfensters folgte der Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern. Hoffenheim ließ ihn ablösefrei ziehen. Der Traditionsklub aus der Pfalz suchte nach dem langfristigen Ausfall von Ivan Prtajin händeringend nach offensiver Qualität – und fand sie im 27-jährigen Berisha. FCK-Sportdirektor Marcel Klos war damals froh darüber, dass sich die Roten Teufel noch kurzfristig mit Berisha, der einen Vertrag bis Sommer 2027 unterschrieb, verstärken konnten: „Auch unabhängig von der Verletzung von Ivan Prtajin, die natürlich sehr bitter ist, haben wir uns schon seit Längerem mit Mergim beschäftigt. Er ist ein Stürmer, der in seiner bisherigen Laufbahn seine Qualitäten und seine Torgefahr unter Beweis gestellt hat. Zudem verfügt er über eine gute körperliche Präsenz sowie Flexibilität in seinem Positionsspiel und ist nicht nur ein gefährlicher Torjäger, sondern auch in der Lage, seine Mitspieler in der Offensive besser zu machen. Wir wollen ihm die Möglichkeit bieten, bei uns wieder zu seiner alten Stärke zurückzufinden und glauben fest daran, dass er eine Verstärkung für uns sein kann.“
Berisha selbst zeigte sich im Winter bei einem Interview mit den FCK-Medien dankbar, „dass sie mir die Chance geben, mich bei einem ambitionierten Verein in einem sehr attraktiven Umfeld zu beweisen. Als Fußballer weiß man um die Atmosphäre des Betzenbergs und welche Wucht das Stadion entwickeln kann, darauf freue ich mich sehr. Ich möchte gemeinsam mit der Mannschaft die Rückrunde erfolgreich gestalten und möchte vor allem auch das Vertrauen, das die Verantwortlichen in mich haben, mit Leistung auf dem Platz zurückzahlen.“
Tor gegen den Erzrivalen Karlsruher SC
Dass er nun ausgerechnet im Derby gegen den Erzrivalen KSC sein erstes Tor im FCK-Dress erzielte, markiert vielleicht wieder einen Wendepunkt seiner Karriere. Diesmal vielleicht zum Guten.
Die Fans auf dem Betzenberg haben ihren neuen Hoffnungsträger bereits ins Herz geschlossen. Und auch bei der TSG Hoffenheim hat man Berisha noch nicht ganz aufgegeben. Hoffenheim sicherte sich beim Wechsel eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 20 Prozent.
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Robert Götz
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Mergim Berisha
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