Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau in Dresden erhält den mit 200.000 Euro dotierten Theaterpreis des Bundes. Das teilte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Montag mit.
Es sei ein „Schub“ für Hellerau und „beflügelnd“, so reagierte das Festspielhaus Hellerau auf die Auszeichnung. Intendantin Carena Schlewitt sagte MDR KULTUR, es habe ihr die Sprache verschlagen, als sie von der Auszeichnung für das Europäische Zentrum der Künste erfahren habe. Der Preis würdige das gesamte Team: Von den Künstlerinnen und Künstlern bis hin zum Publikum.
Dann entsteht so eine unglaubliche Freude, weil es eben ein Preis ist, der uns allen zugestanden wird, also dem ganzen Team und den Künstler*innen und auch dem Publikum.
Carena Schlewitt, Intendantin des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau in Dresden
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit Würdigung
Wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Montag mitteilte, würdigt die Jury die „künstlerische Exzellenz“ und den „strukturellen Mut“ des Festspielhauses. Konkret sagte Weimer, Theater seien Laboratorien der Demokratie. „Sie schaffen Räume, in denen gesellschaftliche Fragen verhandelt, Konflikte sichtbar gemacht und neue Perspektiven eröffnet werden.“
Das Festspielhaus Hellerau erfülle diese Aufgabe in besonderem Maße. „Das Haus überzeugt mit einem klar profilierten Programm, das künstlerische Qualität und gesellschaftliche Verantwortung verbindet“, heißt es in der Begründung der Jury.
Bundesförderung erst kürzlich gestrichen
Die Bundes-Förderung für das Bündnis internationaler Produktionshäuser, zu dem Hellerau gehört, wurde allerdings erst kürzlich gestrichen.
MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschwesky sagte, die Auszeichnung in Höhe von 200.000 Euro sei verglichen zur Kürzung von 600.000 Euro Förderung nur ein schwacher Trost: „Man hackt den ganzen Arm ab und schraubt die Hand wieder dran“.