Startup öffnet sich auch für Privatkunden

Obwohl der Fokus auf Gewerbekunden liegt und „Ari Motors“ neben Pflege- und Hausmeisterdiensten bereits Fahrzeuge an das Leipziger Uniklinikum sowie die Stadtverwaltungen von Bad Düben und Mellingen in Thüringen geliefert hat, würde Ari-Mitgründer Thomas Kuwatsch gern auch eine größere Zahl Privatkunden begrüßen.

„Als im Januar die neue E-Auto-Förderung eingeführt wurde, gab es auf unserer Internetseite bereits 25 Prozent mehr Zugriffe. Durch den hohen Ölpreis sind jetzt noch einmal 25 Prozent hinzugekommen“, sagt Kuwatsch.

Ärger über langsamen Start des Förderportals

Allerdings können die Bornaer, die ihre Fahrzeuggestelle aus China importieren und dann in Sachsen und in Tschechien Aufbauten hinzufügen, ihre PS bisher nicht vollständig auf die Straße bringen. „Es ist ein Unding, dass das Förderportal, bei dem sich die Kunden registrieren müssen, um die Förderung zu erhalten, zwar im Januar angekündigt wird, aber erst im Mai an den Start geht. Es kann doch nicht sein, dass es fünf Monate braucht, um so ein Portal auf die Beine zu stellen. Das ist Gift für die Verkäufe“, sagt Kuwatsch.

Es ist ein Unding, dass das Förderportal, bei dem sich die Kunden registrieren müssen, um die Förderung zu erhalten, zwar im Januar angekündigt wird, aber erst im Mai an den Start geht.

Thomas Kuwatsch
Mitgründer von „Ari Motors“

Für 2,70 Euro rund 100 Kilometer fahren

Für alle, die anders als Albrecht Mörl keine Photovoltaikanlage haben, wirbt das Bornaer Startup mit einem niedrigen Verbrauch. „27 Cent kostet die Kilowattstunde. Sie verbrauchen mit einem kleinen Elektroauto zehn Kilowatt auf 100 Kilometer, also gerade mal 2,70 Euro, während es beim Verbrenner um die zehn Euro wären“, rechnet Kuwatsch vor.

Obwohl das kurzfristig korrekt ist, macht der Dresdner Wirtschaftswissenschaftler Prof. Joachim Ragnitz darauf aufmerksam, dass auch der Strompreis nicht unabhängig vom Ölpreis ist.

ifo-Forscher: Auch Strompreis hängt am Ölpreis

„Auf dem Strommarkt ist es das letzte Kraftwerk, das den Preis bestimmt. Und das letzte Kraftwerk ist meistens ein Gaskraftwerk. Da die Gaspreise am Ölpreis hängen, werden tendenziell auch die Strompreise steigen. Von daher hat man nicht viel gewonnen, wenn man jetzt auf ein Elektroauto umsteigt“, sagt der stellvertretende Leiter des ifo-Instituts in Dresden.

Da die Gaspreise am Ölpreis hängen, werden tendenziell auch die Strompreise steigen. Von daher hat man nicht viel gewonnen, wenn man jetzt auf ein Elektroauto umsteigt.

Prof. Joachim Ragnitz
stellv. Leiter der ifo-Niederlassung Dresden

Nur ein weiterer Ausbau der regenerativen Energien, also Wind und Solar, könnte da für Abhilfe sorgen. Zudem brauche es Energiespeicher.

Lange Krieg problematisch für gesamte Wirtschaft

Den Strompreis sieht der Forscher bei einer längeren Krise auch als Knackpunkt für die gesamte Wirtschaft. „Wenn der Strompreis steigt, gibt es Auswirkungen auf weite Teile der Wirtschaft. Dann hätten wir tatsächlich größere Schwierigkeiten“, sagt Ragnitz.

Nur wenn der Krieg im Iran schnell endet, geht der Forscher davon aus, dass auch die Wirtschaft in Sachsen und Mitteldeutschland mit einem blauen Auge davonkommt. „Unsere Prognose ist in diesem Szenario, dass es einen leicht dämpfenden Effekt gibt und das Wachstum um 0,2 Prozent sinkt, während die Inflation ein wenig steigt.“